Bloggen im Unternehmen als aktives Wissensmanagement wird noch viel zu wenig gemacht.

Das Blog im Unternehmen: Neue Wege, um Wissen zu managen

Bloggen im Unternehmen? Wissensmanagement? Und das auf bloggerabc? Ja! Denn Bloggen ist im Grunde nichts anderes als das Managen von Wissen. Das gilt, wenn du mit deinen Inhalten nach außen gehst, wie du und ich es machen, genauso wie intern im Unternehmen. Doch da stellen sich ganz andere Herausforderungen. 

Ich war lange Mitarbeiterin in einem Unternehmen. Erst als Azubi bei einem Verlag, dann als studentische Hilfskraft bei Karstadt, als Messehostess, als Praktikantin während meines Studium und dann als Pressesprecherin und Content-Marketing-Managerin. Dabei ist mir eins aufgefallen: Kommunikation innerhalb eines Unternehmens hängt von der Unternehmenskultur ab.

Bloggen kann positiven Einfluss auf Mitarbeiter haben

Eine Organisation, die Interesse hat sich auszutauschen, ist ganz anders aufgestellt als eine, der die Kommunikation mit den Mitarbeitern ziemlich egal ist. Bei mir gab es einen Schlüsselmoment, der mich zum Bloggen gebracht hat: ein Praktikum bei der Bank WestLB. Die gibt es heute nicht mehr, aber die Zeit dort hat meinen Werdegang ganz wesentlich geprägt. Bei der Bank gab es ein internes Blog.

Zu dem Zeitpunkt wusste ich nicht mal, was ein Blog ist, und war völlig fasziniert von der Möglichkeit, Mitarbeiter auf diesem Weg über Geschehnisse im Unternehmen auf dem Laufenden zu halten. Vor allem habe ich gelernt, wie viel positiven Einfluss ein Arbeitgeber auf seine Mitarbeiter hat, wenn er Themen liefert und zulässt, die sie interessieren. Zu dem Zeitpunkt hat noch kein Mensch von Begriffen wie Content, Mehrwert oder Wissensmanagement gesprochen, wenn es um das Bloggen ging.

Diese Erfahrung hat mich dazu gebracht, mich intensiver mit den Mechanismen der Internen Kommunikation in Unternehmen auseinanderzusetzen. Das Ergebnis war meine Magisterarbeit mit dem Titel: „Interne Kommunikation und Arbeitszufriedenheit. Eine empirische Untersuchung am Beispiel des Polizeipräsidiums Dortmund“.

Ich gebe zu, der Titel ist nicht sexy. Der Inhalt dafür umso mehr, denn ich habe untersucht, wo die Kommunikation innerhalb der Organisation hakte. Meine Ergebnisse führten dazu, dass das Intranet überarbeitet und die Kommunikation zu den Mitarbeitern auf den Prüfstand gestellt wurde, um diese zu verbessern. Das hat mich unglaublich stolz gemacht, weil ich a) den Mitarbeitern helfen konnte, in einer anonymen Befragung ihre Meinung zu äußern und b) wirklich etwas bewirkte. Und genau das ist hier auf bloggerabc nach wie vor mein Ziel – anderen zu helfen und Wissen zu teilen.

Kommunikation ist nicht einseitig, sie funktioniert in alle Richtungen

Wir sind irgendwie alle auf einem oder mehreren sozialen Netzwerken unterwegs. Wir vernetzen uns, tauschen uns aus, lernen neue Themen und weiterführende Quellen zu unseren Interessen kennen. Facebook schraubt immer wieder an seinem Algorithmus, um den Usern stetig mehr zu bieten. Zuletzt kam die Funktion der Facebook Instant Articles hinzu, die wie eine Bloggingplattform funktioniert. Übrigens schon mitbekommen, dass sie bald über WordPress per Plugin eingebunden werden kann? Anyway.

Unternehmen haben verstanden, dass die Kommunikation mit den Mitarbeitern nicht mehr „top down“ – also von oben nach unten funktioniert. „Bottum up“ – von unten nach oben – oder auf gleicher Hierarchieebene horizontal bzw. vertikal hat sich im Laufe der Jahre ebenso etabliert.

Und noch etwas ist Organisationen aufgefallen: Wenn Mitarbeiter keine Möglichkeit haben sich auszutauschen, dann schaffen sie sich diese und das häufig unkontrolliert. Der Flurfunk ist da die bekannteste Form.

Wissensmanagement im Unternehmen kann eine Herausforderung sein

Dazu kommt: Wissen wird häufig in Abteilungen oder bei bestimmten Personen gebunkert. Ich kennen einen Fall von einem ITler, der als einziger in der Lage ist, die IT seines Unternehmens zu managen. Er lässt niemanden in sein Revier und die Führung ist machtlos. Warum und wieso will ich hier gar nicht diskutieren. Ich möchte jedoch aufzeigen, dass das kein Einzelfall ist. Oftmals ist es schwierig von Kollegen Informationen zu erhalten, weil diese nicht weitergeben oder geteilt werden.

Oft existieren massenhaft Dokumente, die in allen möglichen Formen abgespeichert und gesammelt werden. Keiner weiß mehr, welche die aktuellste Information ist und ob diese verifiziert wurde. Das heißt, ob diese Info offiziell angewendet werden darf. Wozu das führen kann, kann sich jeder denken. Arbeitsprozesse werden durch stetige Rückversicherungen verlangsamt, im Unternehmen entsteht Unruhe und Unzufriedenheit. Im schlimmsten Fall kommen wichtige Abläufe vollkommen zum Erliegen.

Der Mechanismus von Facebook ist vielen bekannt: Timeline, Gruppen, Liken usw. Hier setzten Tools wie Yammer an und nutzen einen ähnlichen Aufbau, um Unternehmen im Rahmen eines social Intranets Strukturen für ein internes Wissensmanagement zu bieten. Darunter fällt auch ein internes Blog. Es gibt jedoch verschiedene Herausforderungen, denen sich ein bloggendes Unternehmen stellen muss.

Zwar ist ein Blog schnell aufgesetzt, aber die Sicherung des Datenschutzes und die Abstimmung mit dem Betriebsrat sind Pflicht. Doch nicht nur diese Fragen müssen im Vorfeld geklärt werden, sondern auch wie Mitarbeiter motiviert werden können, ein Blog aktiv zu nutzen. Sie müssen ihre Hemmungen überwinden, denn schließlich sind die im Blog veröffentlichten Texte ihren Teammitgliedern oder auch allen Mitarbeitern intern zugänglich. Nicht jeder ist es gewohnt, sein Wissen in dieser Weise zu teilen. Hier ist ein Umdenken gefragt.

Mein Vortrag auf der Cebit: Bloggen im Unternehmen

Genau das Thema werde ich am 16. März auf der Cebit in einem Vortrag behandeln. Mein konkretes Thema: „Social Intranet: Das Blog im Unternehmen.“ Ich muss zugeben, auf so einer großen Bühne war ich noch nie. Vorträge als Dozentin? Ja. Auf Barcamps? Auch kein Problem. Aber auf der Cebit? Wenn mir das jemand vor einem Jahr gesagt hätte, dem hätte ich entspannt den Vogel gezeigt.

Aber jetzt ist es soweit und ich freue mich sehr darauf. Es heißt ja immer: Man wächst mit seinen Herausforderungen. Und ich darf sagen: Das ist definitiv eine für mich. Auf der Cebit treffe ich auf Entscheider, die ich hoffentlich davon überzeugen kann, dass Bloggen eine tolle Sache ist, um die Interne Kommunikation zu verbessern. Ich möchte jeden von ihnen motivieren, sich mehr mit dem auseinanderzusetzen, was ihre Kollegen wollen und benötigen. Vor einer Weile habe ich das in einem Post formuliert, der mir sehr am Herzen liegt: „Bewerber sind kein Spielball eurer Launen. Sie sind Multiplikatoren, Influencer, Fans und Kapital.“

Ersetzt das Wort „Bewerber“ durch „Mitarbeiter“ und es wird klar, worauf es ankommt.

Mein Vortrag findet im Rahmen des Campus Mittelstand statt. In Halle 5, Stand D 36 gibt es die ganze Woche über verschiedene Vorträge und Diskussionen. Grundsätzlich ist auf der Cebit viel los, was für Blogger interessant ist. Zum Beispiel gibt es am 18. März die Veranstaltung „Rock the Blog“. Die Vorträge aus dem letzten Jahr kannst du dir übrigens auf Youtube anschauen. Es lohnt sich, sich dafür Zeit zu nehmen.

Wenn du auch auf der Cebit bist und Lust hast zu quatschen oder einen Kaffee zu trinken, dann freue ich mich darauf. Komm doch einfach zum Stand D36 in Halle 5. 🙂

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