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In eigener Sache: Warum ein Nein auch mal gut ist

Bewerbung ist normalerweise kein Thema für mein Blog. Normalerweise. Aber manchmal ist es gut, von der Norm abzuweichen. 

Ich bin ein großer Fan der Karrierebibel und habe selbst schon, um mich beruflich weiterzuentwickeln, Fortbildungen und Coachings in Anspruch genommen. Aktuell bin ich wieder in der Bewerbungsphase, auch wenn ich derzeit eine gute Anstellung genieße. Mein Arbeitgeber weiß das und kommt mir hier sehr entgegen. Ja, so etwas gibt es auch. 🙂

So hatte ich vor kurzem meine Unterlagen an eine Einrichtung im Kulturbereich verschickt. Diese suchte eine Pressereferentin. Die Jobbeschreibung hörte sich toll an. Und die Arbeit in einer kulturellen Einrichtung hat mich sehr gereizt. Die Einladung kam dann auch schnell und kurzfristig wurde ein Termin vereinbart. Beim ersten Treffen waren alle sehr freundlich und entspannt, und bevor wir mit dem Kennenlernen begannen, führte mich die Assistentin des Geschäftsführers (lt. Visitenkarte) durch die Einrichtung. Da ich mich natürlich im Vorfeld über die Einrichtung informiert hatte, war mir aufgefallen, dass die angelegten Social-Media-Accounts nicht gepflegt wurden und das Community Management leider brach lag.

Während des Gesprächs wurde ich gefragt, ob ich auch die Social-Media-Kanäle betreuen könnte  Ich bejahte. „So jemanden wie Sie haben wir gesucht. Genau so jemanden brauchen wir!“, rief die Assistentin und auch der Inhaber nickte zustimmend. „Wir hatten jetzt schon einige Vorstellungsgespräche, aber Sie haben mich überzeugt.“ Wir besprachen, dass ich vorerst als freie Mitarbeiterin für die Einrichtung arbeiten würde, bis der Vertrag für meine Vollzeitstelle ausliefe. Über die Vergütung würden wir uns schon einig werden.

Da es von der Einrichtung gewünscht wurde, dass ich bereits für ein Event, das 14 Tage später stattfinden sollte, die Pressearbeit übernehmen sollte, legten wir sofort einen Termin fest, um weitere Details hierfür zu besprechen.

Manchmal ist es anders als man denkt

Dann sollte ich auch einige der anderen Mitarbeiter kennenlernen. Hätte ich damals schon geahnt, dass ich den Inhaber an dieser Stelle zum letzten Mal sehen sollte, hätte ich mir sicher für die Verabschiedung etwas Kreativeres einfallen lassen. So gab ich ihm schlicht die Hand, bedankte mich und verließ gut gestimmt das Museum.

Als ich sechs Tage später zum vereinbarten Termin erschien, glänzte einer mit Abwesenheit: der Inhaber, mit dem ich verabredet war. Er müsse zwei Kindergeburtstage in der Einrichtung betreuen, teilte mir die Assistentin beflissen mit und drückte mir einen umfangreichen Ordner in die Hand. „Die Unterlagen, die ich Ihnen kopieren sollte.“

Was dann kam, überraschte mich. „Wir möchten Sie noch bitten, ein Konzept als Arbeitsprobe einzureichen, damit wir sehen, ob wir zusammenpassen. Thema ist die Pressearbeit für die Veranstaltung nächste Woche.“ „Ich glaube, ich verstehe Sie nicht richtig. Sie haben mir bereits zugesagt. Warum soll ich jetzt noch eine Arbeitsprobe erstellen?“, fragte ich verwundert. „Es gibt noch zwei weitere Bewerber und die haben auch eine Aufgabe bekommen“, antwortete sie prompt. Ich stutzte. So etwas hatte ich noch nicht erlebt. Obgleich ich bereits eine Zusage erhalten hatte, hatte man einfach mal so, ohne mich darüber zu informieren, die Bedingungen geändert. Von einer festen Vereinbarung war plötzlich keine Rede mehr.

 Wenn man glaubt es wird nicht mehr besser, dann…

An dieser Stelle hätte ich sicher die Reißleine ziehen sollen. Aber ich war zu perplex. Ich ahnte schon, was auf mich zukommen würde, und vereinbarte mit der Assistentin, dass ich mein Konzept per Mail einreichen werde. Als Bedingung verlangte ich, dass das Konzept nicht ohne mich verwendet wird und bat um eine schriftliche Bestätigung. Die nie kam. Stattdessen erhielt ich einige Tage später einen Anruf der Assistentin, mit der Frage, wann ich denn mein Konzept präsentieren würde. „Die anderen Bewerber haben es schon vorgestellt. Nur Sie fehlen noch“, teilte sie mir mit. Zudem sei jetzt noch ein weiterer Bewerber dazu gekommen und wir wären jetzt zu viert. Mir schien, es wurden täglich mehr. „Und wo kommt der jetzt her?“, fragte ich leicht ironisch. „Ja, wissen Sie, die Leute suchen halt Arbeit.“ Wer könnte sich einer solch bestechenden Logik entziehen?!

Wer sich hier an den Kopf packt, nur zu. Ich habe es schon hinter mir. Dennoch ließ ich mich wieder auf eine Verabredung ein. Wir vereinbarten ein nächstes Treffen. Da hätte der Inhaber Zeit, versicherte mir seine Assistentin.

Wie besprochen fand ich mich pünktlich zum verabredeten Zeitpunkt im Büro des Geschäftsführers ein. Eine Ahnung, dass wieder alles anders kommen sollte, hatte ich bereits. Und für mich war klar, dass ich dann meine Bewerbung zurückziehen würde.

Es kam wie es kommen musste: Der Geschäftsführer war nicht da und sollte auch nicht mehr kommen. Er müsste noch zwei Führungen begleiten. Zudem hätte sich ein TV-Sender spontan angekündigt. Da konnte ich natürlich nicht mithalten. „Aber Sie können das Konzept hier lassen. Er schaut es sich über das Wochenende an und gibt dann eine Rückmeldung“, erklärte mir die Assistentin. Darüber hinaus teilte sie mir in schnippischem Ton Folgendes mit: „Es gibt nun fünf Bewerber, die anderen haben alle zwei Tage Probe gearbeitet. Sie nicht. Und was ich Ihnen ohnehin noch sagen möchte: Sie passen ja gar nicht ins Team. Das habe ich auch dem Inhaber gesagt.“ Stimmt, dachte ich. Denn ich halte mich an Absprachen. Und eine Zusage bedeutet für mich immer noch eine Zusage. Höflichkeit steht bei mir übrigens auch recht hoch im Kurs. Eigentlich.

An dieser Stelle aber fing ich lauthals an zu lachen. Die ganze Situation war einfach so unverschämt und schräg. „Ich beglückwünsche Sie zu Ihrer überragenden Intuition und Menschenkenntnis“, sagte ich. „Im Übrigen ziehe ich hiermit meine Bewerbung zurück. Ich wünsche Ihnen noch einen wunderbaren Tag.“ Und weg war ich.

Sieh das Positive

Wer jetzt sagt: „Mensch den Stress hättest du dir knicken können“, der hat natürlich vollkommen Recht! Ja, hätte ich. Hinterher ist man immer schlauer. Allerdings denke ich, aus jeder Situation kann man etwas lernen. Und ich habe einige Vorteile aus dem Erlebnis gezogen. An allererster Stelle habe ich gelernt, in Zukunft auf mein Bauchgefühl zu hören. Das mache ich viel zu selten. Für mich einzustehen und auch mal zu sagen: „Jetzt reicht es“, ist etwas, das ich üben möchte. Ich hätte mich viel früher aus dem Bewerbungsprozess verabschieden sollen. Aber mir gab es ein gutes Gefühl, der Dame das persönlich mitzuteilen.

Zudem habe ich meine Fähigkeiten weiter entwickelt, Konzepte auszuarbeiten. Mir macht es extrem viel Spaß, an Ideen zu tüfteln. Das nehme ich gerne für mich und meine Arbeit mit. Ich habe entschieden, die Situation mit Humor zu nehmen und das Beste für mich daraus zu machen.

Eine Bitte

Allerdings liegt mir noch etwas auf dem Herzen, das sich direkt an die Arbeitgeber richtet: Liebe Arbeitgeber, Bewerber sind kein Spielball eurer Launen. Sie sind Multiplikatoren, Influencer, Fans und Kapital. Wem das egal ist, sollte sich nicht wundern, wenn er nicht die passenden Mitarbeiter findet.

Denken Sie daran: Negative Erfahrungen sprechen sich schnell rum. Ihr Verhalten wird sowohl on- als auch offline diskutiert und verbreitet. Eine gute Reputation ist also keine Selbstverständlichkeit, man verdient sie sich. Auf beiden Seiten.

 

Bild: Viktor Hanacek picjumbo.com

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33 Kommentare zu “In eigener Sache: Warum ein Nein auch mal gut ist

  1. Hallo Daniela,

    bin zufällig über diesen Beitrag gestolpert, weil ich gerade selber mit dem Gedanken spiele “Nein” zu sagen – auf eine Stelle, die mich eigentlich vom Aufgabengebiet her extrem interessiert hätte. Mein Bauchgefühl fragt sich aber immer mehr ob das bei den aktuellen Leitenden wirklich gut gehen kann. Entweder sind diese völlig verpeilt oder bringen ihren zukünftigen Mitarbeitern keine Wertschätzung entgegen. Ich fragte mich nach dem Bewerbungsgespräch z.B. ernsthaft, ob sie mein Anschreiben überhaupt gelesen haben. Ständig kamen Fragen, die 1:1 aus dem Anschreiben zu beantworten gewesen wären. (1-2 mal kann man das ja machen ob zu testen ob der Bewerber sein Anschreiben kennt, aber ständig?), dann kamen noch viele andere Dinge (für sich gesehen Kleinigkeiten, aber im Gesamtbild lässt mich das inzwischen zweifeln). Inzwischen wäre ich bei einer Zusage extrem zwiegespalten ob ich die Stelle annehmen soll. Darüber hinaus wird sich mein derzeitiger Arbeitgeber demnächst auf etwas festlegen in Vertrauen, dass die Mitarbeiterin mit dem dazu passenden Know-How im Unternehmen zu haben. Käme dann 1-2 Wochen später eine Zusage (womit ich derzeit eher nicht rechne), hätte ich wohl eh Skrupel zu wechseln, da der Job zwar nicht der beste, aber bei weitem auch nicht der schlechteste ist und das Verhältnis zum AG eigentlich sehr gut.

    An Deiner Stelle hätte ich die Bewerbung wohl auch spätestens zu dem Zeitpunkt zurückgezogen an dem Du das gemacht hast. Auch wenn ich sowas auch eher sehr selten tue. Aber manchmal ist echt genug und auch als Bewerberin muss man sich nicht alles gefallen lassen.

    Unabhängig davon, ob ich mich wirklich zu einem aktiven Rückzug entscheide, würde ich aber wohl jeden im Bekannten- und Kollegenkreis zumindest warnen, auf was er sich dort vielleicht einlässt, wenn ich von einem Interesse an einer Stelle mitbekomme. Wenn der AG dann in Zukunft weniger passende Bewerber bekommt, verbuche ich das unter eigenes Verschulden.

    1. Hi Simona,
      danke für deinen Kommentar und deine persönliche Geschichte. Ich glaube, wir hören zu wenig auf unser Bauchgefühl. Eine Freundin von mir hat das inzwischen sehr geübt und ist da inzwischen sehr sicher, wenn es, wie wir sagen “um ihren Bauch geht”. Wahrscheinlich ist sinnvoll den Verlauf deiner Bewerbung einfach abzuwarten und bei einem positiven Bescheid, um etwas Bedenkzeit zu bitten. Alternativ kannst du auch das Gespräch mit deinem AG suchen, erklären das du ein Angebot vorliegen hast und mit ihm sprechen. Per se teile ich deine Ansicht Freunde und Kollegen bei einer Bewerbung reinen Wein einzuschenken. Gerade als Insider weiß man ja wie der AG ist und kann entsprechende Informationen geben. Die Entscheidung selbst liegt dann beim Bewerber.
      Ich drücke dir die Daumen für deine Bewerbung und wünsche dir alles Gute und viel Erfolg!

      Viele Grüße
      Daniela

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  4. Leider den Post erst jetzt gesehen… Dennoch (verspätet): Danke für das tolle Kompliment zur Karrierebibel! Und ich finde es gut, dass du damit konstruktiv umgehst. Denn genauso geht’s: stolpern, aufstehen, Krone richten, weitergehen…

  5. Das ist echt eine Unverschämtheit! Ich weiß aber nicht, wie ich an deiner Stelle reagiert hätte. Wahrscheinlich wäre ich nicht so selbstbewusst gewesen. Aber du kannst froh sein, dass du dort nun nicht arbeiten musst. 🙂

  6. Wer weiß, was hier hinter verschlossenen Türen ablief. Ich verstehe nicht, was solche Leute davon abhält, die Wahrheit zu sagen 🙁 Ich hoffe, sie haben nicht einfach dein Konzept übernommen, weil sie sowohl einen Mitarbeiter als auch ein gutes Konzept suchten, aber beides nicht in einer Person zu finden war…

    1. Hallo Evy,
      danke für deinen Kommentar. Mein Konzept habe ich nicht mehr vorgestellt und es wieder mitgenommen. Die Zeit wollte ich nicht mehr investieren.
      Hoffen wir einfach das die Person, die den Job jetzt hat bessere Erfahrungen mit dem Unternehmen macht.

      LG Daniela

  7. Hallo Daniela,

    wirklich schlimm wie man mit dir umgegangen ist. Da braucht man nichts beschönigen.

    Dennoch möchte ich mir erlauben auch mal auf einen anderen Gesichtspunkt aufmerksam zu machen.
    Ich bin schon seit ca. 25 Jahren ein leitender Angestellter in ein paar kleinen Maschinenbau Unternehmen gewesen.
    Dadurch bin ich auch immer wieder mal in die Situation gekommen Bewerbungsgespräche zu führen.
    Ich selber stehe auf dem Standpunkt, alle Fakten klar auf den Tisch zu legen, was vom Bewerber erwartet wird und was als Gegenleistung vom Arbeitgeber gegenüber steht. Sicherlich für so manchen Bewerber manchmal abschreckend gewesen, aber letztendlich wußte jeder Bewerber woran er ist, wenn er die Arbeitsstelle bekommen würde.

    Was ich aber an Frechheiten oder Unhöflichkeiten in solchen Bewerbungsgesprächen erfahren durfte von seitens der Bewerber aus, war auch manchmal nicht ohne.
    Von Bewerber die angetrunken zum Bewerbungsgespräch gekommen sind oder Bewerbern die anscheinend mit der Körperhygiene Ihre Probleme haben über Bewerber die erst so tun als ob sie den Job haben wollen, man sich dann für den Bewerber entscheidet und den anderen Bewerbern absagt um dann mit einmal entweder vor die Situation gestellt wird, das der Bewerber sich einen anderen Arbeitgeber gesucht hat.

    Ich denke das grundsätzlich auf beiden Seiten es Situationen gibt die für einen Bewerber unangenehm bis abschreckend sind, aber eben auch auf der Arbeitgeber Seite ähnliche Vorkommnisse vorliegen.

    Um es noch einmal klar fest zu halten. Wie man mit dir umgegangen ist, ist absolut nicht in Ordnung und letztendlich eine Frechheit.

    1. Hallo Thomas,
      das ein Arbeitgeber auch auf ein respektvolles und ehrliches Auftreten des Bewerbers ausgehen darf ist meiner Meinung nach eine Selbstverständlichkeit. Die Beispiele, die du aufzählst sind ein absolutes No-Go und ich kann dir da nur zustimmen. Ich glaube, wir sind uns einig, wenn wir festhalten, dass manchmal einfach nicht klar ist, was manche Menschen für Absichten hegen, wenn sie so unmöglich verhalten. Das kann Berechnung sein, Dummheit oder auch Unwissen. Letzteres könnte man in Bezug auf die mangelnde Körperhygiene schließen. Vielleicht hat es ihm nie einer gesagt?! Anyway.

      Bei einem Punkt, den du beschreibst muss ich aber die Lanze für den Bewerber brechen. Die Entscheidungen in einem Bewerbungsverfahren seitens der Unternehmen können mit unter Monate dauern. Das erlebe ich gerade selbst live. Ein Bewerber wird niemals nur einmal seine Unterlagen an seinen Wunscharbeitgeber rausschicken was, wie ich denke, ich in der Natur der Sache liegt. Wenn sich der Arbeitgeber nun für den einen Bewerber entscheidet obliegt es, m.E., ihm eine Zu- oder Absage zu geben. Insbesondere dann, wenn ein anderes Unternehmen mit seiner Zusage an den Bewerber schneller war. Im Gegenzug muss der Bewerber ja auch damit rechnen eine Absage zu erhalten und kann sich nicht alle Optionen offen halten. Oder kann man das als Unternehmen erwarten?
      Ein spannendes Thema über das sich noch viel diskutieren lässt! Ich danke dir für dein Feedback und das du deine Erfahrungen hier geteilt hast!

      Viele Grüße
      Daniela

      1. Hallo Daniela,

        ich gebe dir natürlich Recht, wenn der Entscheidungsprozess lange dauert, bis sich der vielleicht mögliche Arbeitgeber mal entscheidet, das der Bewerber parallel dazu auch bei anderen Adressen sich bewirbt.

        Aber aus meiner Sicht gehört es auch zum Fairplay der Gegenseitigkeit, wenn der Bewerber einen anderen Arbeitsplatz hat, sich bei den anderen Firmen zu melden, das er nicht mehr zur Verfügung steht.

        Aber letztendlich gibt es so viele Varianten der positiven sowie negativen Erlebnisse auf beiden Seiten, das man, wie du schon angedeutet hast, darüber unendlich diskutieren und schreiben kann. 🙂

        Ich jedenfalls wünsche dir viel Erfolg bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz.

  8. Liebe Daniela,
    ich habe auch ein paar Bewerbungsgespräche hinter mir und zum Glück habe ich in keinem Fall eine solche Hinhaltetaktik erlebt. Dafür gab es andere Dreistigkeiten: Bei dem einen Gespräch stellt sich z.B. raus, dass es die ausgeschriebene Stelle gar nicht gibt (Danke! Ich schneide mir gerne Zeit aus den Rippen!) und ein anderes Mal hängt der Abteilungsleiter die ganze Zeit gelangweilt am Smartphone, während ich mich mit der Personalierin unterhalte – die Krönung der Höflichkeit!
    Naja, zum Glück hat es bei einem Unternehmen direkt geklickt und ich hab ab Oktober einen Job!

    Hast du was besseres gefunden? Ich drück dir die Daumen!

    Liebe Grüße,
    Lena

    1. Hi Lena,
      herzlichen Glückwunsch zum neuen Job und viel Erfolg! Deine Erlebnisse sind ja auch “nett”. Was war das denn für eine Story in der es die Stelle gar nicht gibt?! Jetzt bin ich neugierig und wenn du magst schreib mich direkt an.
      Ich suche noch bzw. bin auch in Gesprächen aber fix ist noch nichts. Von daher fordere ich gerne alle Arbeitgeber auf, die meinen Blog und meine Art mögen mich anzusprechen. 🙂

      Liebe Grüße
      Daniela

  9. Solche Situationen sind leider keine Seltenheit. Das musste ich schon während meines Studiums feststellen. Dabei ist diese Art und Weise nicht nur in dieser Branche zu finden. Als ein Mensch der im Bereich der Sozialarbeit und Sozialpädagogik Zuhause ist, musste ich zu oft feststellen wie Unverschämt man behandelt wird.

    Das gilt nicht für alle. Das soll auch keine allgemeine Kritik an den Arbeitgebern sein, aber ich habe mich mehr als einmal über den Umgang mit mir als wertvollen “Rohstoff” gewundert, um nicht zu sagen geärgert. Das mag womöglich daran liegen, dass ich mit gerade 23 Jahren Berufseinsteiger bin. Dieser Umstand entschuldigt aber nicht, wie frech der ein oder andere Arbeitgeber ist. Branchenunabhängig bieten wir eine menge menschliches Potenzial, was genutzt werden möchte und auch genutzt werden sollte. Eins sollte uns klar sein: Wir sollten uns nicht unter wert verkaufen!

    1. Hi Florian,
      ich stimme dir da zu. Es geht um den gegenseitigen Respekt, der auch den eigenen Wert beinhaltet. Die Frage ist natürlich was ist man (sich) wert. Meiner Meinung nach bekommt man einen ersten Eindruck davon, wie man sich gegenseitig behandelt. In meinem Fall, war ich denen nicht viel wert und meinen Wert habe ich zu spät geschützt. Aber daraus habe ich gelernt. Beispielsweise das wir als Bewerber die Situation mitbestimmen, indem wir darauf achten was uns noch gut tut und was nicht. Darunter fällt u.U. auch die Reaktion auf unverschämte Fragen im Vorstellungsgespräch.

      Viele Grüße
      Daniela

  10. Was? Das gibt es doch nicht? Wir fürchterlich manche Arbeitgeber mit Menschen umgehen. Ich kann das nicht nachvollziehen. Als Arbeitnehmer möchte man sich integrieren und sein Bestes geben. Und dann so etwas… Puh… Ich bin echt schockiert und hoffe, dass es beim nächsten Mal besser läuft!

    1. Hallo,
      danke dir! Ich gehe mal davon aus, dass nicht alle Unternehmen so handeln. Zwar hatte ich schon in der Vergangenheit ein paar Situationen zum Kopfschütteln waren, aber das hier war bis jetzt der Knaller.

  11. Sehr guter Beitrag!
    Da ich auch schon in einer ähnlichen Situation war, finde ich es wirklich wichtig, auch Arbeitgebern Grenzen aufzuweisen. Freundlich, aber bestimmt! Dennoch weiß ich auch, dass man sicherlich nicht von Anfang an so “tough” ist. Eher die gesammelten Erfahrungen und das steigende Selbstbewusstsein helfen einem, schnell(er) eine klaren Schnitt zu tun.

    1. Hi Jana,
      danke für dein Feedback und Lob! Genau das “taffe” fanden sie am Anfang toll und genau das wurde mir dann am Ende vorgeworfen. Ich würde wissen, was ich will und das ich nicht ins Team passen würde. Da habe ich mich auch gefragt “Ja, was denn nun?!”

      Jetzt halte ich einfach Ausschau nach einem Unternehmen oder Unternehmer, der ehrlich, transparent und Lust hat mit mir zusammen zu arbeiten. 🙂

  12. hallo daniela,

    heftig. viele arbeitgeber meinen halt immer noch so vorgehen zu können, weil sie in der vermeintlichen machtposition sind.
    bei sowas denke ich mir immer: hätte ich doch die energie & zeit für eigene projekte verwendet — aber es stimmt schon: lernen tut man immer daraus und das bauchgefühl wird “trainiert”.
    und wenn es nur dafür gut ist, wieder mal termine mit sich selbst zu machen und wertzuschätzen, dass letztlich die eigenen projekte am meisten zählen.

    viele grüße!
    frank

    1. Hallo Frank,
      genau das dachte ich mir auch. Für die Zeit, in der ich jedesmal angereist bin hätte am Anfang ein Telefonat gereicht und ich hätte weiter an meinen Projekten arbeiten können und sie auch. Mir hat es auf jeden Fall gezeigt, das ich mein Zeit mehr wertschätze und darauf achten werde wem ich sie widme. Mein Bauchgefühl wird da ganz entscheidend sein.

      Viele Grüße
      Daniela

  13. Das Vorgehen des Unternehmers und seiner Assistentin ist ja mal mehr als dreist. Ich habe leider auch schon Erfahrungen dergleichen gemacht und finde es wirklich respektlos, was manche Führungskräfte sich für eine Machtposition herausnehmen und denken Sie könnten mit Bewerbern umgehen wie es ihnen passt. Eine Bewerbung bedeutet für einen Bewerber nicht nur jede Menge zeitlichen Aufwand, sondern unter Umständen auch finanzielle Ausgaben, die sich summieren wenn man mehrere Bewerbungen am laufen hat.

    Spannend ist natürlich dabei, dass auch wenn offensichtlich im Nachhinein nicht ins Unternehmen gepasst hast, hätte es wohl dein Konzept umso mehr getan….

    Lg,

    MrsGlobalicious

    1. Hi,
      da hast du natürlich recht. Der finanzielle Schaden in solchen Fällen kann wirklich hoch sein. Mir geht es in erster Linie darum, dass Transparenz geholfen hätte. Offenbar war man sich schnell klar, dass es weitere Bewerber geben wird. Da wäre ein klärendes Gespräch angebracht gewesen, um die veränderte Situation zu besprechen. Grundsätzlich halte ich das als einer der besten Wege und gilt auch für den Bewerber, wenn er sich gegen das Unternehmen entscheidet.

      Viele Grüße
      Daniela

  14. Hi Daniela, erst einmal: Sehr schön geschrieben! Auch wenn der Inhalt alles andere als erfreulich ist.
    Ich kannte die Story ja schon von dir, aber es hier noch mal schwarz auf weiß zu lesen, ist etwas Anderes. Der absolute Oberhammer was dir da passiert ist!
    In ganz so krassen Situationen war ich beim Bewerben noch nicht, aber in ähnlichen.
    Ich gebe dir absolut Recht: Nur, weil man Arbeit sucht, heißt das nicht, dass man ALLES mitmachen muss. Man muss sich nicht erniedrigen lassen. Und man kann auch von einem Arbeitgeber Fairness und Transparenz erwarten und vor allem, dass er sich an Absprachen hält. Zumal: Wenn das jetzt schon so läuft, wie soll es dann sein wenn man wirklich dort arbeitet …
    Für sich selbst einzustehen und auch mal nein zu SAGEN, wenn es einem der Bauch schon lauthals ZURUFT, das ist wirklich nicht einfach. Ich schaffe es auch nicht immer. Du kannst aus dieser ganzen Geschichte nur wachsen – und das bist du sicher auch.
    Und beim nächsten Mal – das hoffentlich nicht eintreten wird – kannst du üben mit stolz geschwellter Brust zu sagen: “Danke, aber nein danke. Ich ziehe meine Bewerbung hiermit zurück. Schönen Tag noch!” 🙂
    Liebe Grüße
    Katharina

    1. Hallo Katharina,
      danke für dein Lob! Ich glaube als Bewerber vergisst man viel zu oft, dass man sich nicht in einer Bittstellersituation befindet. Es es geht darum, zu schauen, ob der Bewerber auf die Stelle und in das Unternehmen/ die Organisation passt und umgekehrt. Mir fehlt oft das Gespräch auf Augenhöhe und natürlich ist immer der Teilnehmer in der besseren Situation, der aus den Vollen schöpfen kann. Schön für den Bewerber, der aus mehreren Angeboten wählen kann. 🙂 Und bis dahin heißt es auf sein Bauchgefühl zu hören und das zu üben.

      Liebe Grüße
      Daniela

  15. Ach du meine Güte, da hast du ja wirklich ein ziemliches Durcheinander mitmachen müssen! Das Verhalten ist eine absolute Frechheit…nur weil es doch recht viele Arbeitslose und somit potentielle Arbeitskräfte gibt, heißt das noch lange nicht, das man mit den Menschen machen kann was man will!

    Ich beglückwünsche dich zu der Tatsache, dass du deine Bewerbung zurückgezogen hast, das war die beste Entscheidung überhaupt!!

    Vielen Dank, dass du auch diese Erfahrung mit uns geteilt hast…ich würde mich über weitere Beiträge darüber freuen!
    Liebe Grüße
    Jenny

    1. Hallo Jenny,
      danke für dein Feedback! Dieser Beitrag ist eine einmalige Sache. Ich möchte nicht signalisieren, dass ich jedes Vorstellungsgespräch gleich blogge und mich dazu äußere. bloggerabc hat andere Ziele und Themen, die ich beibehalten und ausbauen will.
      Bewerbungen, Karriere & Co sind eher speziell. Das ist ein Thema für sich und dazu gibt es schon viele sehr gute Blogs, wie die Karrierebibel oder auch der Karriereblog von Svenja Hofert.

      Liebe Grüße
      Daniela

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