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Spiegelreflexkamera Crashkurs Teil III – Objektive

Kamera? Check? Alles richtig eingestellt? Check! Dann kann es ja los gehen mit der Fotografie. Halt, noch nicht ganz. 

Ein bisschen was fehlt noch. In meinen letzten beiden Beiträgen hast du gelernt welche Kamera die richtige für dich ist und wie du sie grundlegend bedienen kannst. Heute möchte ich dir in diesem Beitrag zeigen welche Objektive es gibt und wofür du sie benutzen kannst.

Eine Spiegelreflexkamera ist ein tolles Werkzeug, wenn es darum geht sich kreativ auszutoben. Allerdings ist neben einem hochwertigen Body, also der Kamera an sich, das Objektiv ganz wichtig. Je nachdem was du ablichten möchtest gibt es unterschiedliche Modelle für unterschiedliche Zwecke. Damit du nicht gleich erschlagen wirst von zu vielen Infos stelle ich dir in diesem Beitrag erst einmal die drei, wie ich finde, wichtigsten Objektiv vor. Diese nutze ich am häufigsten und möchte gerne meine Erfahrung mit dir teilen.

Allgemeine Informationen

Bevor du dir ein Objektiv für deine Kamera zulegst, solltest du dir über ein paar Dinge im klaren sein:

    1. Neben Begriffen wie Brennweite, Lichtstärke oder Gegenlichtblende gibt es bestimmte Infos die du über Objektive wissen solltest. Beispielsweise passt nicht jedes Objektiv auf deine Kamera. Das ist maßgeblich vom Bajonett, also dem Anschlusspunkt, und der verwendetet Fokustechnologie abhängig.
    2. Es gibt DSLR’s die besitzen so etwas wie einen Motor im Body der dafür sorgt, dass die Linsen im Objektiv fokussieren bzw. das Motiv scharf stellen. Wieder andere Modelle haben diesen Motor nicht und sind auf einen sogenannten Autofokusmotor im Objektiv angewiesen.

Wirf also einen Blick auf das Handbuch deiner Kamera und schaue welche Typen zu dem Modell passen. Damit sind nämlich auch immer bestimmte Einschränkungen verbunden. Mehr Infos worauf du achten solltest findest du in dem folgenden Tutorial von Benjamin Jaworskyj.

Warum du wissen solltest was Lichtstärke bedeutet

Ein paar kurze Worte zum Thema Lichtstärke. Die ist wesentlich für eine gute fotografische Arbeit und sollte auf keinen Fall vernachlässigt werden. Klar, durch einen guten Bildsensor und hohe ISO Werte lässt sich auch mit wenig Licht arbeiten, aber je kleiner der angegebene Wert der Lichtstärke bzw. Blendenöffnung desto mehr Licht fällt durch das Objektiv auf den Sensor.

Steht also beispielsweise auf einem 105mm Makro Objektiv 1:2.6 G geht da einfach gesagt eine Menge Licht durch aber es ist noch Luft nach oben. Der angegebene Wert ist dabei immer der kleinstmögliche, denn die Blende im Objektiv, die die Menge des einfallenden Lichtes steuert, lässt sich variabel einstellen.

Das 105mm Makro-Objektiv von Nikon. Bildquelle: Nikon Bilddatenbank
Das 105mm Makro-Objektiv von Nikon. Bildquelle: Nikon Bilddatenbank

Viele der Begriffe hier sind leicht verständlich erklärt im großen Humboldt Fotolehrgang. Dort kannst du dich noch einmal intensiver mit Begriffen wie Lichtstärke, Blende und ISO beschäftigen, die in diesem Zusammenhang wichtig sind. Falls du keine Lust hast viel zu lesen auch kein Problem. In den Videotutorials von Benjamin Jaworskyj lassen sich die Grundlagen spielend leicht lernen.

Auf den richtige Umgang mit deiner Kamera und die Pflege kommt es an

Bevor ich dir aber mehr zu den verschiedenen Modellen erzähle, ein paar Hinweise zum Umgang und der Pflege von Objektiven. Sie sind empfindlich! Also vorsichtig bei der Benutzung. Harte Schläge oder Stürze können das Gehäuse und auch die Optik, sprich die Linsen, zerstören. Beim Anschluss an die Kamera achte auf dafür vorgesehenen Markierungen. Die sind meist durch einen roten oder weißen Punkt gekennzeichnet und zeigen dir wo du ansetzen musst. Die elektronischen Sensoren können schnell im Mitleidenschaft gezogen werden, wenn die Metallflächen übereinander reiben.

Extreme Kälte und Wärme sind nicht unbedingt gesund für Objektive. Ebenso wenig starke Dämpfe oder Chemikalien. Nur keine Sorge: Im Sommer Fotos machen ist überhaupt kein Problem und auch gegen das Ablichten von Wintermotiven spricht nicht viel. Nur solltest du dein Equipment zurück in die Tasche packen, wenn du es gerade nicht brauchst. Das einfach als kleiner Tipp von mir.

Für die Pflege reicht oft schon ein feuchtes Tuch um das Gehäuse an sich und die äußerste Linse zu reinigen. Starke Reinigungsmittel sind absolut Tabu und können Schäden verursachen. Befindet sich Staub oder Dreck im inneren des Objektives bring es am besten zu einem Fachhändler und lasse es reparieren und reinigen. Zum Schutz der Linse kannst du Filter und Gläser auf Öffnung schrauben. So geht im schlechtesten Fall erstmal nur der Filter kaputt, wenn du irgendwo vor stößt.

Das Bajonett einer DSLR ist empfindlich. Vorsicht beim Anschließen des Objektivs. Quelle: Nikon Bilddatenbank
Das Bajonett einer DSLR ist empfindlich. Vorsicht beim Anschließen des Objektivs! Quelle: Nikon Bilddatenbank

Vorsicht mit der Sonne!

Kleiner Hinweis zum Schluss, den ich persönlich für ganz wichtig halte. Halte Deine Kamera niemals in direktes Sonnenlicht. Das Objektiv wirkt wie eine Lupe und kann nicht nur deinen Bildsensor und die Elektronik schädigen, sondern auch deine Augen angreifen. Klingt banal, aber ich erlebe viele Hobbyfotografen die im Sommer die Kamera direkt in die Sonne halten um Bilder zu machen. Das heißt natürlich, dass du nicht auch mal einen schönen Sonnenuntergang ablichten kannst. Das ist allerdings auch etwas anderes.

Normalobjektive

Mit Objektiven dieser Bauart sind vor allem Modelle mit einer Festbrennweite von 30-50 mm gemeint. Damit lassen sich hervorragend Motive wie Bücher, Smartphones, Laptops und ähnliche Dinge fotografieren. Bis zu einem gewissen Grad lassen sich solche Objektive auch schon für Portrait Aufnahmen benutzen. Das ist aber Geschmacksache. Der Vorteil bei diesen Modellen ist, dass sie vielseitig einsetzbar und meist sehr lichtstark sind.

Die Linsenelemente sind hochwertig und gut verbaut, was für eine hervorragende Qualität spricht. Die Bildqualität ist häufig ein bisschen besser als bei Zooobjektiven. Das liegt vor allem an der Verzeichnung und variablen Brennweite der Zoom’s. Später mehr dazu. Kleiner Wermutstropfen: Wenn du flexibel reagieren musst, wirst du an einem Objektiv-Wechsel nicht vorbeikommen und das kostet Zeit. Da ist das gewünschte Motiv oft schon verschwunden oder nicht mehr so wie du es haben möchtest. Das hängt damit zusammen, dass sich damit nur ein ganz bestimmter Bildbereich darstellen lässt. Ich arbeite bei Normalobjektiven sehr gerne mit einer 50mm Festbrennweite.

Eine 50mm Festbrennweite eignet sich gut für Objektfotografie
Eine 50mm Festbrennweite eignet sich gut für Objektfotografie. Quelle: Nikon Bilddatenbank

Weitwinkelobjektive

Der Name verrät es schon ein bisschen. Diese Bauart keinen einen großen Bildbereich darstellen und findet sich häufig in der Landschaft- und Panoramafotografie. Im Gegensatz zum Teleobjektiv haben Weitwinkelobjektive eine kürzere Brennweite als normale Objektive. Durch diese kürzeren Brennweiten wird der Blickwinkel größer und die Motive kleiner, so dass mehr auf dem Foto abgebildet werden kann. Das Weitwinkelobjektiv hat aber nicht nur den Vorteil, dass mehr ins Bild passt, sondern erzeugt häufig eine räumliche Tiefe. Entfernte Objekte wirken so weiter entrückt als in der Wirklichkeit, wodurch sich eine deutlich sichtbare Tiefenstaffelung und eine besondere Perspektive ergibt.

Für Canonliebhaber - Das 10-18mm Ultraweitwinkel Objektiv. Quelle: Canon Presse Center
Für Canonliebhaber – Das 10-18mm Ultraweitwinkel Objektiv. Quelle: Canon Presse Center

Zoomobjektive

Diese Art von Objektiv ist sehr beliebt und wird vielfach eingesetzt. Der Vorteil: Durch die variable Brennweite, oder einfach gesagt den verstellbaren Darstellungsbereich, lässt sich damit in vielen Situationen flexibel und schnell reagieren. Hast du gerade vielleicht ein Bild von einer belebten Straßenszene gemacht, kannst du im nächsten Momente problemlos ranzoomen und einen Artisten fotografieren der mit Bällen oder Keulen jongliert.

Durch das verschieben des Ringes am Objektiv verändert sich die Position der Linsen im Gehäuse zueinander und die Brennweite verändert sich. Das erspart dir das lästige und häufige wechseln von Objektiven. Sie sind eine preisgünstige Alternative und nicht nur für Einsteiger gedacht. Ich selber arbeite häufig mit einem 18-105mm Zooobjektiv. Sie sind praktische Allrounder und erleichtern den fotografischen Alltag.

Die Abbildungsqualität hat sich in den letzten Jahren so enorm verbessert, das der Unterschied zwischen Zoomobjektiven und Festbrennweiten kaum noch auffällt. Allerdings gibt es nach wie vor wichtige Unterschiede in Sachen Verzeichnung, also der krummen Liniendarstellung, und Lichtempfindlichkeit. Gerade bei Zoom Objektiven mit extremen Brennweiten sind auch die Lichtstärken bei diesen fast immer geringer.

Flexibel und schnell einsetzbar - Das 18-105mm Zoomobjektiv. Quelle: Nikonbilddatenbank
Flexibel und schnell einsetzbar – Das 18-105mm Zoomobjektiv. Quelle: Nikonbilddatenbank

Zum guten Schluss

Wie so oft war das eine Menge Stoff innerhalb von kürzester Zeit, aber keine Sorge, ich werde in den nächsten Wochen auf bestimmte Inhalte noch näher eingehen. Im nächsten Beitrage möchte dir dann weitere Objektivarten vorstellen und ein bisschen näher bringen. Solltest du Fragen oder Anregungen haben, freue ich mich über ein Feedback.

Bild: Viktor Hanacek picjumbo.com


 

bloggerabc-redaktion-florian enkrottFlorian Enkrott ist 23 Jahre alt und freiberuflicher Fotograf und Webentwickler. Als „Digital Native“ist er mit dem Medium Internet aufgewachsen und hat früh die Leidenschaft für die Fotografie und das World Wide Web entdeckt. Aus dem Hobby ist jetzt so etwas wie ein Beruf geworden. Neben seiner Arbeit als Sozialpädagoge und Dozent beim Deutschen Roten Kreuz ist er darüber hinaus regelmäßig als Autor für bloggerabc unterwegs.

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