Spiegelreflexkamera Crashkurs Teil II

Du hältst hoffentlich gerade eine eigene Spiegelreflexkamera in der Hand. Fühlt sich gut an oder? Wenn du noch keine hast, auch kein Problem. 

Worauf du beim Kauf achten solltest, habe ich dir in meinem letzten Beitrag beschrieben. Möglicher hast du auch schon erste Bilder mit deiner Kamera gemacht. Für den Anfang eine gute Idee. Mehr über die Bedienung deines neuen Schmuckstücks liest du in meinem folgenden Spiegelreflexkamera Crashkurs Teil II.
Der Besitz einer digitalen Spiegelreflexkamera ist heute keine Seltenheit mehr. Bezahlbare Modelle machen es Einsteigern leicht sich mit der professionellen Fotografie auseinander zu setzen. Viele wissen jedoch nicht, was in diesem Wunderwerk der Technik steckt und verlassen sich zu oft auf den Automatik-Modus. Deshalb möchte ich dir ein paar wichtige
Dinge zeigen und Tipps im Umgang mit der Kamera geben.

Verschaffe dir einen Überblick

Es gibt viele verschiedene Hersteller von Spiegelreflexkameras. Je nach Preisklasse bietet sie mehr oder weniger Ausstattung. Trotz unterschiedlicher Bauweise ähneln sich viele Modelle und grundlegende Bedienelemente haben häufig den gleichen Platz. Nimm dir die Zeit genau diese Bedienelemente zu entdecken. Dazu gehören beispielsweise der Auslöser oder die Räder zum Einstellen der Verschlusszeit oder Lichtempfindlichkeit.

Eine DSLR kann am Anfang sehr unübersichtlich wirken.
Eine DSLR kann am Anfang sehr unübersichtlich wirken. Quelle: Nikon Bilddatenbank

Auch der Menübutton oder, sofern vorhanden, das Einstellungsdisplay sind ähnlich platziert. Für den Anfang sollte dir klar sein, wo an deiner Kamera du das Gerät ein- und ausschalten kannst. Wichtig für dich zu wissen ist auch, wo du die einzelnen Motivprogramme und Modi wechseln kannst. Damit sind Motivprogramme wie Porträt, Nacht oder Party gemeint. Nicht zuletzt solltest du wissen, wo die Einstellungsräder für Verschlusszeit und Lichtempfindlichkeit sind. Viele Hersteller bieten Abbildungen an, um sich einen Überblick verschaffen zu können. Nimm dir genug Zeit und vergleiche, wenn möglich, verschiedene Modelle.

Nimm dir nicht zu viel auf einmal vor

Nichts ist frustrierender als sich stundenlang mit dem häufig unverständlichen Handbuch der Kamera zu beschäftigen. Die Welle an Informationen kann die Hemmschwelle vergrößern und die Freude an der Nutzung schmälern. Deshalb nimm dir zu Anfang erst die wichtigsten Dinge vor, damit du zügig loslegen kannst. Dazu gehört für mich das Umschalten vom Automatik- in den
manuellen Modus. Damit bist du Herr über deine Kamera und kannst alles aus ihr herauskitzeln.

Möchtest du lieber erst einmal drauflos knipsen? Auch kein Problem. Stell den Automatikmodus über das Wählrad ein und lass die Kamera die Führung in Sachen Verschlusszeit, ISO und Blende übernehmen. Das verringert die Routine, macht Spaß und bietet dir eine gewisse künstlerische Freiheit. Damit ist auch klar, welche Faktoren für den Anfang entscheidend sind.

Nimm dir Zeit deine Kamera zu entdecken
Nimm dir Zeit deine Kamera zu entdecken. Quelle: Canon Presse Center

Über Dinge wie Messfeldeinstellungen, Bildformate, manuelles Blitzen und viele andere Dinge machen wir uns erst später Gedanken, gerne während du in einem meiner nächsten Artikel stöberst.

Learning by doing

Zugegeben: Ein Handbuch ist praktisch und ja, auch notwendig, aber die Welt der Fotografie entdeckt man immer noch am besten in der Praxis. Also schnapp dir deine Kamera und fotografiere drauflos. Dabei geht es primär erstmal nicht darum, perfektionistische Bilder zu machen, sondern die Kamera als Werkzeug kennen zu lernen. Es geht darum, ihr Potenzial auszuschöpfen und ihre Grenzen zu erkennen, ein Gefühl für das Handling zu entwickeln. Mit dieser Motivation darfst du auch hundertmal das Gleiche fotografieren um Unterschiede zu erkennen und zu erleben, wie minimale Änderungen die Bildstimmung nachhaltig verändern können.

Leichter gesagt als getan, aber es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Selbst Berufsfotografen mit langjähriger Erfahrung machen zig Bilder von ein und demselben Motiv, bis alles passt. Jeden Tag ein Bild sollte dein Ziel sein. Das muss nicht immer etwas Spektakuläres sein oder mit einer tiefen Botschaft. Hauptsache du nutzt die Kamera für dich.

Lernen mit offenen Augen und Ohren

Glücklicherweise leben wir im digitalen Zeitalter und können auf eine schier unendliche Menge von Tutorials zurückgreifen. Nicht alle sind sehenswert, aber einige können den Umgang mit der Kamera erleichtern und sparen das stupide Lesen der Gebrauchsanweisung. Dazu kannst du einmal die Videotrainings von Video2brain nutzen oder dich auf kostenfreie Alternativen konzentrieren. Ich mag die Tutorials von Benjamin Jaworskyj sehr gerne. Ein Beispiel für die Basics findet ihr hier.

Bist du irgendwann soweit, kannst du ans Eingemachte gehen und dich auch mal mit Dingen wie Weißabgleich, Tiefenschärfe oder Belichtungsreihen beschäftigen. Mehr dazu findest du in einem meiner nächsten Beiträge. Wenn du nicht warten möchtest, sieh dir den großen Humboldt-Fotolehrgang im Internet an, klick dich durch verschiedene Tutorials oder schnapp dir Literatur von bekannten Fotografen wie Cora und Georg Banek , sowie David DuChemin.

Verlage wie Franzis oder Vierfarben bieten dir darüber hinaus ausführliche Handbücher zu verschiedenen Kameramodellen von Nikon oder Canon an. Das Schöne ist: Sie verzichten dabei auf langatmige und langweilige Erklärungen und unterstützen das Lernkonzept mit Grafiken und kleinen Aufgaben.

Tutorials und Grafiken helfen dir bei der Bedienung
Tutorials und Grafiken helfen dir bei der Bedienung. Quelle: Nikon Bilddatenbank

Fotografie ist etwas ganz Wunderbares

Was mir wichtig ist und ich kann es nicht oft genug sagen: Fotografie ist etwas ganz Wunderbares. Sie kann Ausdruck für das eigene Ich sein, sie kann uns aufmerksamer machen und tut uns einfach gut. Dafür braucht es allerdings den richtigen Umgang mit dem Werkzeug Spiegelreflexkamera. Der ist nicht von heute auf morgen zu lernen und bietet Stoff für viele Stunden, in denen man sich ausprobiert. Eins ist mir persönlich aber ganz wichtig: Lass dich nicht frustrieren, setze dir realistische Ziele, beschränke dich zu Beginn auf das Wesentliche (ISO, Verschlusszeit und Blende) und bleibe kontinuierlich dran. Nur so bleibt die Fotografie spannend und erlebnisreich.

Dieser Beitrag ist nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung und soll dir ein Navigator sein. Ins Detail gehe ich in den nächsten Beiträgen und erkläre dir Schritt für Schritt, was Fotografie alles sein kann. Von der manuellen Fotografie über die Einstellung zum richtigen Blitzen bis hin zum richtigen Fokussieren erkläre ich dir ganz ausführlich, wie was funktioniert.

Zum guten Schluss

Bist du wieder gefragt! Lass mich wissen, was dir wichtig ist und worauf es dir bei deiner Art von Fotografie ankommt. Fehlt dir ein Thema oder brennt dir eine Frage auf den Nägeln, lass es mich wissen.

Bild: Viktor Hanacek picjumbo.com


 

Florian Enkrotbloggerabc-redaktion-florian enkrottt ist 23 Jahre alt und freiberuflicher Fotograf und Webentwickler. Als „Digital Native“ist er mit dem Medium Internet aufgewachsen und hat früh die Leidenschaft für die Fotografie und das World Wide Web entdeckt. Aus dem Hobby ist jetzt so etwas wie ein Beruf geworden. Neben seiner Arbeit als Sozialpädagoge und Dozent beim Deutschen Roten Kreuz ist er darüber hinaus regelmäßig als Autor für bloggerabc unterwegs.

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