Videos im Blog nutzen eröffnet neue Zielgruppen

Gastbeitrag: Video fürs Blog: Tipps für die Produktion in Eigenregie

Mehr als eine Milliarde Zuschauer auf Youtube, stetig wachsender Einsatz in sozialen Netzwerken wie Facebook und Google+ und zahlreiche Firmen, die das Medium für sich nutzen zeigen, dass Videos nicht nur kurzfristig, sondern auch perspektivisch wichtig sind. 

Blogger tun gut daran, das wachsende Medium zu nutzen, um zusätzlichen Content mit Mehrwert zu generieren. Ganz nebenbei können sich Blogger so auch neue Zielgruppen und ein neue Zuschauerschaft erschließen, aus der auch neue Leser hervor gehen können.

Klingt gut? Du willst Videos für Dich und Dein Blog nutzen? Dann ist das folgende Tutorial für Dich sinn- und wertvoll.

Videos: Formate gibt es reichlich

Um die ersten Zweifel gleich auszuräumen: Du kannst Videos auch dann für Dein Blog nutzen, wenn Du nicht vor die Kamera stehen willst. Ja, Du kannst sogar Videos nutzen, ohne Videos (mit einer Kamera) aufzunehmen.

Die Lösung: Präsentationen, Zeichnungen und Slideshows.

Das einfachste Format für den Start besteht entweder aus einer Bilder-Slideshow oder einer Präsentation. Beides kannst Du mit einem Voice-Over – also einer eingesprochenen Tonspur – unterlegen und das Ergebnis als Video exportieren und beispielsweise auf Youtube veröffentlichen. Wie das aussehen kann, siehst Du im oben eingebetteten Video. Sowohl Keynote – für den Mac – als auch Power Point können Präsentationen als Video-Dateien exportieren. Die dazugehörige Tonspur kannst Du entweder direkt auf dem Computer oder, qualitativ meist besser, auf Deinem Smartphone aufnehmen.

Für die Videobearbeitung kannst Du mit dem Windows Movie Maker, iMovie oder – wenn Du es plattformunabhängig magst und ohnehin in der Cloud lebst – mit dem Youtube Editor arbeiten. Wie das funktioniert, habe ich in einem Tutorial für mein Chromebookblog – ja, Eigenwerbung – demonstriert.

Willst Du Dich allerdings selbst vor die Kamera stellen, brauchst Du dafür nicht unbedingt teures Equipment. Mit einem halbwegs aktuellen Smartphone, einem Stativ und einem günstigen Ansteck-Mikrofon – auch Lavalier-Mikrofon genannt – kannst Du bei Tageslicht problemlos gute Videos für Video-Tagebücher oder kurze Statements aufnehmen.

Dabei solltest Du meiner Erfahrung nach einige grundlegende Punkte beachten:

  • Genug Licht ist entscheidend. Nimm Deine Videos unbedingt bei Tageslicht auf und hilf bei Bedarf mit zusätzlichen Lichtquellen nach. Wenn Du etwas tiefer einsteigen willst, solltest Du Dich mit der Drei-Punkt-Beleuchtung
  • Achte darauf, das Ansteckmikrofon einerseits weitgehend zu verstecken – vor allem das Kabel – und es andererseits so zu platzieren, dass Du kein Rascheln hörst und es nicht an der Kleidung streift.
  • Platziere die Kamera ungefähr auf Augenhöhe, vielleicht einen Tick höher. Die Perspektive von unten wirkt meist deutlich wenig ansprechend auf Zuschauer.
  • Achte immer auf eine gute Ton-Qualität! Ein mittelmäßiges Bild kannst Du durch eingeblendete Bilder ausgleichen und ist im Zweifel verschmerzbar, schlechter Ton führt garantiert zum Abschalten.

Nutze Deine Videos optimal

Nach der Produktion geht es natürlich darum, Deine Videos optimal zu nutzen. Eine Voraussetzung dafür schaffst Du allerdings bereits vor der Aufnahme: die thematische Ausrichtung. Versuch bitte nicht, jedes Thema unbedingt in ein Video zu pressen, das Medium passt nicht immer. Doch wenn Du einen Artikel inhaltlich ergänzen kannst, solltest Du das tun.

Die oben eingebettete Präsentation liefert Dir beispielsweise zusätzliche Informationen zum Equipment und zu den Anwendungsmöglichkeiten von Smartphones als Videokamera – und ergänzt diesen Artikel damit inhaltlich. Wenn Du darauf achtest, kannst Du die Videos nicht nur sinnvoll in Deine Artikel einbetten, sondern durch sie auch Die Blog pushen.

Dann kannst und solltest Du den Artikel zum Video – oder zumindest zu Deinem Blog – in der Videobeschreibung auf Youtube einbauen und so direkt auf Dein Blog verweisen. Dass Du Blog und Youtube-Kanal auch miteinander verlinken solltest, versteht sich von selbst.

Sind Plattformen wie Vimeo, Instagram oder gar Vine sinnvoll? Vielleicht. Vimeo kannst Du natürlich parallel zu Youtube nutzen, mach Dich dann jedoch darauf gefasst, dass Du dort mehr Kritik zur Machart Deiner Videos als zum Inhalt bekommen kannst. Und sag nicht, ich hätte Dich nicht gewarnt.

Instagram und Vine eignen sich, um Teaser für längere Videos zu posten. Wenn Du kurz ansagst, worum es im nächsten Video und Artikel gehen wird und solche Ansagen zur Gewohnheit – ein bis zwei Tage vor Veröffentlichung des Videos machst – kann das Netzwerk zu einem festen Bestandteil Deiner Video-Kommunikation werden.

Du hast weitere Fragen zur Videoproduktion oder zum Einsatz von Videos für Dein Blog? Dann ab in die Kommentare damit.


Über den Autor

Christian MüllerChristian Müller arbeitet als Kommunikationsberater mit KMU und sozialen Einrichtungen, er ist unter sozial-pr im Web unterwegs. Er entwickelt Kommunikationsstrategien, berät und unterstützt beim Aufbau von Blogsm, hält Workshops und Vorträge rund um Kommunikationsstrategie und Personal Branding.

Ergänzend ist er als Trainer und Coach im Mobile Video Bereich – der Videoproduktion mit Smartphones und Tablets – aktiv. Hier unterstützt er Social Media Teams, Freelancer, KMU und Journalisten bei der Konzeption und Produktion ihrer Videos und entwickelt Video-Formate.

 

 

Titelbild: Viktor Hanacek picjumbo.com 

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19 Kommentare zu “Gastbeitrag: Video fürs Blog: Tipps für die Produktion in Eigenregie

  1. Hallo Daniela, bin zufällig auf deinen Blog gestoßen und finde ihn sehr unterhaltsam zu lesen und vor allem lehrreich. Wert öfters mal vorbeigucken 🙂 LG aus Offenbach! Maria

  2. Pingback: Film/Video – Die Tinte
  3. Super, vielen Dank. Der Artikel kommt mir richtig gelegen. Nach langen Jahren der Abstinenz durch Hausbau und Familie, will ich mich wieder meinem Hobby widmen. Damals gab es noch den guten alten Videorecorder. Es hat sich also vieles getan auf dem Markt. Ich muß ja praktisch von vorne beginnen

    1. Hi,
      dann mal los. Mit den Neuerungen bieten sich enorm viele Chancen und einiges ist leichter geworden. Ich bin mir sicher, dass du dich da reinfuchsen wirst. 🙂

      Viele Grüße
      Daniela

  4. Jetzt wäre für mich nur noch interessant zu wissen, was ihr für Empfehlungen für Mikro, für Smartphone-Halterung und zum Schneiden empfehlen könnt; auf dem Gebiet bin ich völlig blank.

  5. Hey ein super Beitrag ich habe mich in letzter Zeit sehr viel mit dem Thema Videos beschäftigt und bin auf diesem Blog auf sehr wertvolle Informationen gelangt. Danke 😀

  6. Gute Tipps,
    wobei ich glaube, dass die Präsentationsart Slideshow nicht das optimal repräsentiert, was man zeigen möchte bzw. ich glaube ein gesprochener Kommentar wirkt gleich ganz anders zu einem Video.
    Schön ist auch, dass ihr die Dreipunktbeleuchtung erwähnt habt – für mich ein Zeichen: guter Artikel!

    1. Hallo MK,

      Slideshow ist für mich die zweite Wahl , ein Video des Vortrags wäre besser gewesen, war jedoch leider nicht möglich. Daher habe ich mich für dieses Format entschieden, das für mich eine gute Mischung aus Audio und Optik bietet.

      Danke für das Lob. Die Dreipunktbeleuchtung gehört – zusammen mit anderen Aspekten – für mich zu den absoluten Video-Grundlagen, die jeder Videograf beherrschen sollte.

      Gruß,
      Christian

  7. Ich habe eben vieles erfahren, was ich zur Videoproduktion noch nicht wusste. Wenn ich mal vorhabe, für mein Blog eine Videoproduktion in Angriff zu nehmen, weiss ich nun schon mal über das Gröbste bescheid!

  8. Schöner Artikel, Christian 🙂
    Ich würde gerne mehr mobile video einsetzen, allerdings sind die meisten use cases, die du vorgestellt hast, für mich eher weniger interessant 🙁 Daher überlege ich noch ob und wie das beim Thema Bloggen Sinn macht – denn du hast ja geschrieben, man sollte nur ein Video verwenden, wo das Medium Video ergänzend wirkt. Beim Filmen auf Veranstaltungen finde ich Video z.B. total sinnvoll, aber wie ich den ganzen Tag in meinem Home Office arbeite, das will wohl niemand sehen 😉
    Liebe Grüße
    Katharina

    1. Hhmm nur mal einige Ideen: Was ist denn mit…

      • … Präsentationen mit Tonspur als Erklärstück?
      • … kurzen Video-Reviews von Programmen (eventuell als Screencast)?
      • … kurzen Interviews auf Events?
      • … einem Vlog oder einer Serie rund um ein Thema?

      Ich bin mir sicher, da findet sich was passendes für dich. Mir fallen spontan mindestens drei konkrete Formate und Themen ein. 😉

      Gruß,
      Christian

  9. Toller und informativer Beitrag 🙂
    Vielleicht mache ich auch mal Videos, mal sehen

    Zum letzten Video hab ich eine Frage:
    Ich habe anfangs gedacht, dass der dunkle Hintergrund von Heike als abschreckendes Beispiel genannt wird und sie ihn irgendwann gegen einen hellen austauscht. Ist aber nicht geschehen.
    Ist dunkel tatsächlich in Ordnung?
    Vor allem, weil sie ja auch ein Shirt in fast der gleichen Farbe trägt.

    Viele Grüße
    Linda

    1. Hallo Linda,

      dunkles Shirt vor dunklem Hintergrund war nicht die allerbeste Wahl, das spricht Heike meine ich – nagel mich nicht fest – auch im Video irgendwann an. Dunkler Hintergrund ist im Grunde völlig in Ordnung, wenn der Kontrast zum Vordergrund stimmt.

      Hätte ich beispielsweise ein weißes Hemd getragen, hätte ich auch eine eher dunklen Hintergrund gewählt. Es kommt primär darauf an, dass der Hintergrund nicht zu sehr ablenkt und zur gewollten Wirkung passt. Im konkreten Fall war das auch ein wenig der Hektik geschuldet und nicht optimal, da hast Du Recht.

      Gruß,
      Christian

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