Werbung: Deutscher Marketing Tag

Stell dir vor, du bist Lego und kurz davor, deinen Laden zu zumachen. Und dann merkst du, dass du nur eine Chance hast, damit das Unternehmen überlebt: Das Management muss gehen und zwar komplett. 


Disclaimer: Ich war zum Deutschen Marketing Tag eingeladen. Für diesen Beitrag werde ich nicht vergütet. Er spiegelt meine eigene Meinung wieder.


Was sich ein bisschen surreal anhört, war die Keynote von Rebecca Snell, die mich sehr beeindruckt hat. Doch dazu später.

Anfang Dezember war ich eingeladen, den Deutschen Marketing Tag zu besuchen. Bis dato war mir die Veranstaltung unbekannt und ich war entsprechend neugierig darauf, was mich erwartet. Von einer Selbstbeweihräucherung der Szene bis hin zu kritischer Auseinandersetzung mit Cases habe ich alles erwartet und – das möchte hier schon spoilern: Ich habe weit mehr bekommen.

Das Event ist der Tag des Deutschen Marketing Verbands und richtet sich an ein marketingaffines Fachpublikum sowie Mitglieder der deutschlandweiten Marketing Clubs.

Mit 120 Referenten, Sessions, Vorträgen, Stand-up-Präsentationen, Diskussionsrunden, Masterclasses und Keynotes u.a. von Rebecca Snell, Senior Director, Head of Marketing Europe Central at LEGO Group, zu der Transformation von Lego.  Oder auch Katia Bassi, Chief Marketing Officer and Board Member at Automobili Lamborghini S.p.A., zu der Markenarbeit von Lamborghini. Kurz: Es ist eine der größten Fachtagungen zum Thema Marketing in Deutschland.

Die Veranstaltung fand an zwei Tagen statt, die inhaltlich extrem vielfältig gestaltet waren. Da ich terminlich eingespannt war, besuchte ich nur die Abendveranstaltung des ersten Tages und am zweiten Tag die Vorträge.

Vorträge und keine Entscheidungshilfe

Die Keynote von Rebecca Snell, Senior Director – Head of Marketing Europe Central at LEGO Group war dann direkt der Einstieg in den zweitens Veranstaltungstag . Sie hat mich begeistert und tief beeindruckt. Zum einen wirkt Snell sehr sympathischen auf mich, sie versteht es, locker, witzig und gleichzeitig sehr informativ über ihr Thema zu sprechen. Wer die Chance hat, sie für einen Vortrag zu gewinnen, sollte das unbedingt tun. Ich fand sie fabelhaft.

Rebecca Snell von Lego steht vor einer Wand auf der die Bilder zur Geschichte von Lego gezeigt werden.
Rebecca Schnell – Lego

Sie berichtete über die finanzielle Krise bei Lego 2004. Das Unternehmen stand kurz davor, dicht zu machen. Die einzige Chance bestand darin, Lego komplett neu zu denken, um es zu transformieren. In einem ersten Schritt holte man sich jemanden ins Haus, der sich alles sehr kritisch ansah. Sein Ergebnis war ernüchternd, wie Snell berichtete.

Lego hatte 12.000 unterschiedliche Komponenten und nichts davon passte noch zur heutigen Zeit. Das Unternehmen unternahm daraufhin einen sehr ungewöhnlichen nächsten Schritt, um herauszufinden, was die Kunden wollten. Sie setzten auf Crowdsourcing-Plattformen, um die 10 Millionen Early Adopter, Entrepreneurs und Influencer anzusprechen. Das Unternehmen wollte von ihnen wissen, was konkret produziert werden sollte.

Die Ergebnisse brachten unter anderem den Lego Boot hervor. Das ist ein Roboter, mit dem Kinder coden lernen können. Lego musste sich praktisch neu erfinden, dabei aber die Wurzeln sowie den Markenkern des Unternehmens nicht aus den Augen verlieren: kleine und große Kunden begeistern mit den berühmten Klemmbausteinen.

Weltweite Aufmerksamkeit erhielt das Unternehmen durch eine sehr ungewöhnliche PR-Maßnahme. Lego baute ein fahrendes Auto, von dem alle sagten, das dies nicht gelingen könne. Auf diese Weise war dem Spielzeug-Giganten die Aufmerksamkeit von der Audience sicher. Die Umsetzung geschah in Zusammenarbeit mit Bugatti. Als Rebecca Snell diese Geschichte erzählte, lachte sie und es war ihr deutlich anzumerken, dass sie noch immer einen Heidenspaß daran hat, Zweiflern das Gegenteil beweisen zu können.

Lego baut ein Auto mit Bugatti. Zwei Sportautos stehen sich auf einer Straße gegenüber.

Ihre Message am Ende des Tages war simpel und wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben: „Dont’ lose sight of your purpose and core proposition.“ Und noch ein Tipp von ihr zu Veränderungen im Unternehmen: Transformation kann nur mit neuem Denken geschehen. „Wechselt euer Management!“, lautet ihr Appell.

Vorträge, Vorträge, Vorträge

Der ganze Tag war also vollgepackt mit Vorträgen und Workshops. Für letzteres musste man sich im Vorfeld anmelden. Mich selbst hat die Menge der Vorträge wirklich überfordert. Es waren so viele zeitgleich, dass ich Mühe hatte, mich zu entscheiden. Natürlich konnte ich jederzeit die Räumlichkeiten wechseln, so wie es bei Barcamps üblich ist, aber schön ist das nicht. So kann der Teilnehmer immer nur eine Sequenz aus dem Vortrag mitnehmen. Das fand ich ziemlich unbefriedigend und es bringt einen auch nicht viel weiter.

Darum musste ich Abstriche machen und habe mich entsprechend auf wenige Vorträge konzentriert, die ich dann in Gänze verfolgte. Und die waren echt toll! Aufgrund ihrer Größe waren die Räume von der Teilnehmerzahl her begrenzt und so war ich relativ nah an den Gesprächsteilnehmern.

Insgesamt habe ich mir am zweiten Tag zwei Vorträge angehört und bin auch im Anschluss mit den Teilnehmern des Panels ins Gespräch gekommen.

Das war zum einen das Thema „Content Marketing … lohnt sich das?“ mit Antje Neubauer, Leiter Marketing & PR bei der Deutschen Bahn, und Barbara Ward. Antje Neubauer ist gerade in den Fachmedien, weil sie bei der Bahn gekündigt hat, um sich eine Auszeit zu nehmen, ohne zu wissen, wie es wie für sie weitergeht. Barbara Ward kenne ich online aus meiner Filterblase und habe sie dort das erste Mal persönlich kennengelernt.

Den zweiten Vortrag, den ich mir angehört habe, war „Employer Branding im War of Talents“. Hier waren die Experten von Hays und Xing da, die lebhaft mit dem Publikum diskutierten, wie man sich als Unternehmen als Arbeitgebermarke positionieren kann.

Einhellige Meinung bei allen Teilnehmern: Es fängt schon mit einer Antwort an den Bewerber an. Schreibt also, dass die Bewerbung angekommen ist und schicke zeitnah eine Gesprächseinladung oder Absage los. Gar nicht zu antworten oder die Bewerber monatelang warten zu lassen, ist ein No-Go. Da war sich auch das Panel einig, dessen Vertreter durch die Bank wirklich sehr nett und auf Augenhöhe mit den Besuchern gesprochen haben. Chapeau.

Was ich nicht unerwähnt lassen möchte, ist die großartige Verpflegung. Die ganze Zeit gab es Buffet, Kleinigkeiten und Getränke. Das tröstete, wenn man in seiner Wunschveranstaltung keinen Platz bekommen hat oder aber gerade pausieren musste, weil für den persönlichen Geschmack gerade kein Workshop oder Vortrag dabei war. Das waren aber wirklich Luxusprobleme.

Eine Sache hat mich jedoch sehr gestört – und dafür können die Organisatoren des Deutschen Marketing Tags nichts: die Ausschilderung der Räumlichkeiten. Die fiel teilweise so schlecht aus, dass wir mit mehreren Leuten an dem digitalen Terminal standen und keine Chance hatten herauszufinden, wo sich gesuchte Räume befanden. Manch einer wurde dann ziemlich ungehalten, weil das nervte. Man war darauf angewiesen, eine der sehr netten Hostessen anzusprechen, die einem dann den Weg wies.

Fazit

Der Deutsche Marketing Tag ist eine tolle Veranstaltung mit viel Input und bietet die Möglichkeit, direkt mit den Panelteilnehmern in Kontakt zu kommen. Das Netzwerken ist aber aufgrund der Dichte an Vorträgen nicht immer einfach. Letztendlich musst du dich entscheiden: Gespräche oder Vortrag. Hier würde ich mir mehr Lücken wünschen, um mit anderen ins Gespräch zu kommen und dann auch die Zeit dafür zu haben.

Dass die Speaker auch aus hohen Positionen der jeweiligen Unternehmen kamen, hat mir gut gefallen. Hier ist beispielsweise Antje Neubauer zu erwähnen, Leiter Marketing & PR Deutsche Bahn AG, oder Frank Schabel, Head of Marketing/ Corporate Communications Hays AG. Ich habe sie als sehr freundlich und den Besuchern zugewandt erlebt, sodass es viel Spaß gemacht hat, als Teilnehmerin mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

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