Zwei Frauenhände umfassen ein Handy auf dem eine Kurvenskala eingeblendet ist.

Klickpreise: Was kostet ein Klick auf eine Facebook Anzeige?

Anzeigen auf Facebook sind eine Möglichkeit um Traffic und Reichweite für dein Blog zu generieren. Damit unterstützt du deine reguläre Arbeit, musst aber auch Geld dafür in die Hand nehmen. Die Frage ist nur: Wie viel? 

Darum geht es in dem heutigen Artikel und nicht nur um die Frage, was der Klick auf eine Anzeige bei Facebook kostest, sondern auch wie sich der Preis zusammensetzt.


Da das Thema Facebook Ads sehr umfangreich ist, wird es hier zukünftig regelmäßig Artikel speziell zu dem Thema für dich geben. Martin Maubach ist Experte auf dem Gebiet und nicht ohne Grund Speaker auf der AllFacebook Marketing Conference. Als mein Partner in Crime arbeiten wir schon länger zusammen und werden gemeinsam in Zukunft vermehrt Seminare zum Thema Facebook Ads geben. Ich hoffe, dir gefallen seine Artikel und wenn du Fragen, Kritik oder Anregungen hast, dann schreib sie gerne in die Kommentare!


Facebook Anzeigen gehören mittlerweile zum Standardrepertoire im Online-Marketing. Wenn du Facebook Ads noch nicht oder bisher kaum getestet hast, wirst du sicherlich einige Fragen haben. Eine der ersten Fragen, die mir üblicherweise zu dem Thema gestellt werden, ist die nach den Klickpreisen. Also was es kostet, wenn ein User auf eine Anzeige klickt. Oft werden Zahlen von bis zu 1 Euro und mehr genannt. Und dann hörst du wiederum von Preisen ab 1 Cent pro Klick oder siehst, dass Ebooks verkauft werden, in denen die Formel zum „1 Cent pro Klick“ versprochen wird.

Um die Überraschung vorweg zu nehmen: So etwas ist Blödsinn und unseriös. Und wenn du einen Moment darüber nachdenkst, wirst du auch selbst darauf kommen. Wenn nicht, erkläre ich dir gern, warum die Rechnung mit den wenigen Cent pro Klick in den allermeisten Fällen nicht aufgehen kann.

Wie funktioniert die Werbeanzeigen-Auktion bei Facebook?

Um zu wissen, wie der Klickpreis zustande kommt, musst du zunächst die Facebook Werbeanzeigen-Auktion verstehen. Das bedeutet: Du bezahlst nicht für eine bestimmte Ausspielung einen festen Preis, sondern du konkurrierst im Bietverfahren mit anderen Werbetreibenden um die begrenzten Werbeplätze in der jeweils individuell definierten Zielgruppe.

Facebook versucht, die für den jeweiligen Nutzer relevanteste Werbeanzeige auszuspielen, bei der die Wahrscheinlichkeit eines Klicks am größten ist. Dabei kann es nicht nur nach dem persönlichen (Höchst-)gebot gehen, sondern darum ob du mit deiner Anzeige die Auktion gewinnst oder nicht.

Das hängt mit den folgenden 3 Faktoren zusammen: deinem Gebot, der prozentualen Wahrscheinlichkeit eines Klicks (bzw. des gewünschten Ziels) und der Relevanz für den Nutzer. Daraus ergibt sich der „Total Value“ – der Wert, mit dem du gegen andere Werbetreibende antrittst. Hast du den höchsten Total Value, gewinnst du die Auktion und deine Anzeige wird bei dem Nutzer angezeigt.

Die Funktionsweise der Werbeanzeigenauktion bei Facebook
Die Bestandteile der Facebook Werbeanzeigenauktion. – Quelle: Facebook

Das heiß: du kannst noch so viel bieten, wenn deine Anzeige schlecht ist, wird sie nicht oder kaum ausgespielt. Und auch wenn du sehr wenig bietest, kann es sein, dass deine Anzeige trotz hoher Relevanz nicht ausgeliefert wird. Zwei der drei Faktoren kannst du nicht direkt beeinflussen. Darum kann es gar keine Formel geben, die dir Klicks für 1 Cent bringt, wenn du sie befolgst. Ist deine definierte Zielgruppe sehr kompetitiv oder dein Angebot nicht relevant, wirst du vermutlich nie auf Klickkosten im einstelligen Bereich kommen.

Der Klickpreis ist nicht relevant!

Wie kann der Klickpreis nicht relevant sein? Schließlich ist er stets eine zentrale Frage von Werbetreibenden. Oft werde ich von Kunden gefragt, wie günstig ich Traffic einkaufen kann. Dann frage ich gerne zurück, welches Ziel verfolgt werden soll? Ist es das Ziel, so wenig wie möglich für einen Klick zu zahlen? Definitiv nicht. Das ist kein Ziel, sondern allenfalls eine Bedingung.

Das Ziel ist, Besucher auf den Blog zu leiten, die Verweildauer zu erhöhen, Kommentare, Shares oder Newsletterabonnenten zu gewinnen. Jedenfalls ein messbares Ergebnis, das einen persönlichen Wert darstellt – sonst würde man kein Geld in Werbung stecken! Deshalb ist der Klickpreis nicht relevant, sondern die Zielerreichung. Und wenn dir ein Leser 30 Cent wert ist dann darf der Klick auf deine Anzeige auch bis zu 30 Cent kosten.

Was kostet durchschnittlich ein Klick bei Facebook?

Das kann niemand beantworten, weil es keinen durchschnittlichen Klickpreis gibt. Er ist nicht zuletzt abhängig von dem Marktumfeld (hoher oder geringer Wettbewerb), der Zielgruppe (wird sie stark umworben oder nicht) und dem beworbenen Inhalt (große oder kleine Relevanz). Der Klick für eine Versicherung oder ein Girokonto ist weitaus schwieriger (und teurer) zu bekommen als für den neuesten Marvel-Trailer. Natürlich gibt es auch Klickpreise von 1 Cent, aber das ist die Ausnahme und für viele Branchen und Produkte nicht realistisch. Um die Frage aber zu beantworten, gebe ich eine grobe Spanne zur Orientierung an. In vielen Fällen kann man einen Klickpreis von bis zu 1 Euro als durchschnittlich bezeichnen. Bei unbeliebten oder langweiligen Produkten sind es häufig mehrere Euro. Gäbe es die 1-Cent-Klickformel, würde ich noch heute anfangen, Immobilien über Facebook zu verkaufen.

Die 1-Cent-Formel ist also nur ein Märchen?

Es gibt durchaus die Möglichkeit, bei passenden Rahmenbedingungen für geringe einstellige Beträge bis zu 1 Cent Klicks einzukaufen. Das gelingt aber nur in den wenigsten Fällen. Aber was bei solchen Aussagen und Versprechungen oft verschwiegen wird: gemeint ist nicht der Preis für den Klick zur Website, sondern der Preis für alle Klicks auf die Anzeige. Einschließlich den Klicks auf „Gefällt mir“, die Kommentare, den Share-Button, den Klick auf den Seitennamen usw.

Facebook weist diese unterschiedlichen Werte einzeln aus als Cost per Click (CPC) (alle) und CPC (Kosten für Link-Klicks). Und den Wert CPC (alle) auf 1 Cent zu drücken, ist nicht so schwer, wenn man es darauf anlegt. Daher sind diese Versprechen nicht unbedingt falsch, aber absichtlich sehr irreführend formuliert, um ein Bedürfnis zu wecken und zu verkaufen.

Unterschieden wird zwischen CPC (alle) und CPC (Link-Klicks)
Beim CPC (Cost per Click) unterscheidet Facebook zwischen allen Klicks und den Kosten rein für die Link-Klicks. – Quelle: Werbeanzeigenmanager

Dazu kommt der Umstand, dass Facebook ständig den Algorithmus und das Auktionsverfahren verbessert. Was heute funktioniert, klappt morgen schon nicht mehr. Was gestern als heißer Tipp galt, ist heute schon kalt.

Regel: Wer dir erzählt, dass man einen bestimmten Plan einhalten muss, um sehr günstige Klicks zu erhalten, erzählt dir auch, dass er dich auf Platz 1 bei Google bringen kann. Beide Versprechen kann man nicht einhalten.

Meine Empfehlung

Lies Blogs, tausch dich in Gruppen aus oder besuche ein Seminar, um ein Grundverständnis von Anzeigen auf Facebook zu bekommen. Damit sparst du dir Zeit und Geld. Und dann konzentrier dich auf dein Business und teste unentwegt die Möglichkeiten. Alle Erfahrungen, die du mit Ads sammelst, helfen dir zu verstehen, wie das System funktioniert und wie du effiziente Kampagnen schaltest. Ich wünsche dir viel Erfolg!

Was ist dein Problem mit Facebook Ads? Hast du noch weitere Tipps, dann schreibe sie gerne in die Kommentare!


Martin Maubach steht als Speaker auf einer Konferenz. Martin hat als Kundenberater in einer Düsseldorfer Werbeagentur internationale Unternehmen beraten und digitale Kommunikationsstrategien entwickelt. Auf Unternehmensseite hat er als Social Media Manager sowohl im B2C- als auch B2B-Umfeld gearbeitet. Aktuell ist Martin als Senior Manager Sales & Marketing bei der nexible GmbH tätig. Er arbeitet als Social-Media-Trainer und Facebook-Ads-Manager. Als Speaker hält Martin Vorträge zum Thema Facebook Ads auf Konferenzen wie der AllFacebook Marketing Conference.

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