Tablet liegt auf einem Holztisch. Rechts davon steht eine Tasse mit Kaffee und es liegt ein Kuli auf dem Tisch.

Mit dem Blog zur eigenen Marke – Teil 1

Im Netz wahrgenommen zu werden, ist inzwischen gar nicht mehr so einfach. Gefühlt werden in jeder Stunde zig neue Blogs gelauncht. 

Wobei es weit mehr im Lifestyle- als im Unternehmensbereich sind. Dabei ist gerade bei letzterem Luft nach oben, wie die Liste der 35 besten Corporate Blogs zeigt. Zusammen mit den sozialen Kanälen bildet das Blog den Dreh- und Angelpunkt der Präsenz im Netz. Und damit ist es die erste Anlaufstelle im Netz für Interessierte und Leser. Doch wie hebt man sich nun von den Mitbewerbern ab? Was macht einen einzigartig bzw. vermittelt den wichtigen Wiedererkennungswert?

Was macht eine Marke aus und wie haben es beispielsweise Blogs wie die Karrierebibel oder Planet Backpack geschafft, als Marke wahrgenommen zu werden? Warum wissen fremde Menschen, dass ich bloggerabc bin und bloggerabc Daniela Sprung ist?

Kurzum: Was braucht es also, um sich im Netz als unverwechselbar zu etablieren und als Marke wahrgenommen zu werden?

Was ist eine Marke?

Namen wie Coca-Cola, IKEA, Daimler-Benz oder Apple sind dir sicherlich nicht unbekannt. Sie lösen ganz bestimmte Assoziationen bei uns aus. Automatisch haben wir Farben, Schriftzüge oder ein Logo im Kopf. Damit wird deutlich, dass sich eine Marke aus verschiedenen Faktoren zusammensetzt, um wahrgenommen zu werden. Doch was genau definiert eine Marke? Wie bei jeder Definition gibt es verschiedene Quellen. Ich habe mich für die des Gabler Wirtschaftslexikons entschieden, dessen Erklärung ich sehr gut nachvollziehbar finde:

„Eine Marke kann als die Summe aller Vorstellungen verstanden werden, die ein Markenname oder ein Markenzeichen bei Kunden hervorruft bzw. beim Kunden hervorrufen soll, um die Waren oder Dienstleistungen eines Unternehmens von denjenigen anderer Unternehmen zu unterscheiden …“.

 

Diese Definition möchte ich mit ihren wesentlichen Aussagen festhalten:

Die Summe aller Vorstellungen, die ein Markenname oder Markenzeichen beim Kunden hervorruft bzw. hervorrufen soll, um die Ware oder Dienstleistung von denjenigen anderer Unternehmen zu unterscheiden.

Wenn du diese Definition auf dein Blog anwendest, dann wird klar, ab wann du für deine Leser und innerhalb deiner Branche zu einer Marke wirst. Nämlich durch deinen Namen, deinen Stil, dein Design und deine Dienstleistung bzw. Waren.

Das heißt, du selbst bist deine Marke und transportierst das auch durch dein Verhalten und dein Blog nach außen.

Unternehmen, die noch überlegen, ein Blog zu launchen, sollten sich klar machen, dass sie sich damit einen Vorteil gegenüber ihren Mitbewerbern erarbeiten. Denn ein Blick in die eigene Branche zeigt in der Regel, dass fast niemand ein Blog führt. Und das ist in der Regel kein Zeichen von „Das ergibt keinen Sinn“, sondern eher von „Das macht Arbeit, wir haben doch den Vertrieb.“ Und ganz ehrlich: Das ist kein Argument. In meinem Artikel „Corporate Blog: Ein Muss, kein Kann“ gehe ich konkret darauf ein und erkläre, warum ein Blog beispielsweise den Vertrieb aktiv in seiner Arbeit unterstützen kann.

An dieser Stelle möchte ich deutlich sagen, dass es sinnvoll ist, sich zunächst eine Strategie zu überlegen, bevor ein Corporate Blog geplant wird. Denn unter Umständen kann es auch sein, dass ein Blog nicht der richtige Weg ist, sondern die Konzentration auf einzelne soziale Netzwerke der bessere Weg ist, um nach außen zu kommunizieren.

Fakt ist: Ohne Konzept geht nichts. Wobei ich betonen möchte, dass ein Blog nicht der Schlüssel zum Umsatzerfolg ist! Da gehört mehr zu. Aber ein Blog, das zu Unternehmenskommunikation und -zielen passt, kann professionell geführt die eigene Marke aktiv unterstützen. Doch worauf muss man achten?

Sei dir deiner Marke bewusst

Du bist deine Marke und darfst das gerne in allen Facetten ausleben. Denn „dein Blog, deine Regeln“ und das sollte jeder erfahren. Unternehmen geben viel Geld dafür aus, dass sie mit ihrer Marke in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Du musst kein Geld in die Hand nehmen, sondern schlichtweg konsequent sein und zwar in deinem Warum, Schreibstil, Design, mit deinem Logo, in deiner Positionierung und Kommunikation.

Warum

Mit „Warum“ meine ich deinen Grund zu bloggen. Warum bloggst du? Die Frage lässt sich in viele verschiedene Einzelfragen aufteilen, wie beispielsweise: Was ist dein Thema oder sind deine Themen? Was willst du konkret deinen Lesern mitteilen? Was möchtest du mit deinem Blog erreichen: Kunden generieren oder den Austausch mit anderen Bloggern pflegen? Deine Bewerbung unterstützen und mit dem Blog zum Job finden, so wie ich? Dich als Experte für dein Thema positionieren und Auftraggeber gewinnen?

Die Fragen lassen sich noch unendlich weiterführen. Wichtig ist, wenn du für dein Warum und dein Thema NICHT brennst, dann suche weiter. Nur wenn sich deine Leidenschaft, dein Enthusiasmus, deine Gedanken und deine Persönlichkeit in deinem Blog und deinen Texten widerspiegeln, dann hast du dein Warum nach außen klar gemacht.

Farbe

Farben sind ein wichtiges Erkennungszeichen. Farben repräsentieren deine Marke ebenso visuell nach außen wie dein Logo. Farben sind sehr wichtig, weil sie nicht nur eine Bedeutung transportieren, sondern auch deinen Wiedererkennungswert stärken.

Ein Beispiel: Ich verwende die Farbe Türkis. Warum? Bei meinem alten Theme war die Farbe voreingestellt und sie gefiel mir. Zwar habe ich andere Farben ausprobiert, aber keine hat mich so angesprochen wie diese. Ich habe dann mehr zur Bedeutung von Farben recherchiert und gelesen, dass Türkis als „die Farbe des klaren schöpferischen Ausdrucks, der Gestaltungskraft und der Kommunikation“ gilt. Zudem steht sie ebenso wie die Farbe weiß (ja, weiß ist keine Farbe) für die „Wahrheit“. Diese Beschreibungen treffen perfekt auf mich zu, da ich ein sehr kommunikativer und wahrheitsliebender Mensch bin, für den Ehrlichkeit sehr wichtig ist.

Wie ist es bei dir? Hast du dich mit der Farbenlehre beschäftigt und deine Farbe(n) schon gefunden?

Dein Logo bleibt im Gedächtnis

Wenn du ein Blog betreiben willst, dann empfehle ich dir, ein Logo zu nutzen. Egal, ob du dein Blog „professionell“, also als berufliche Plattform bzw. für deine Kunden, oder einfach nur ganz entspannt als Hobby nutzen willst. Ein Logo bekommst du schon für relativ wenig Geld bei 99designs.de. Sei dir aber klar, dass ein wirklich gutes Logo seinen Preis hat. Wenn du selbst in der Lage bist, grafisch zu arbeiten oder du kreativ bist, dann kannst du dir sicherlich auch via Canva selbst ein Logo zaubern. Ich kann es nicht und habe für meines viel Geld ausgegeben. Das ist inzwischen aber fast drei Jahre alt und ich werde es überarbeiten lassen, weil es nicht mehr zu mir und meinem Stil passt.

Behalte im Hinterkopf: Ein Logo ist Teil deiner Blogidentität. Denn es erhöht ebenso wie deine Farbe deinen Wiedererkennungswert.

Dein Schreibstil macht dich unvergesslich

Jeder Autor hat seinen persönlichen Schreibstil, weil er ein Teil seiner Persönlichkeit ist. Bei mir findest du beispielsweise immer wiederkehrende Formulierungen wie „kurzum“ oder „beispielsweise“. Damit möchte ich bestimmte Aussagen verdeutlichen oder hervorheben. Aber es ist nicht immer leicht, seinen Stil zu finden. Ich kenne keinen Blogger oder Texter, der seinen Stil von Beginn an gefunden hat. Das ist oftmals jahrelange Übung. Auch ich bin noch in meinen Anfängen. Aber wenn du dir meine ersten Blogposts ansiehst und diese mit dem aktuellen Artikel vergleichst, dann wirst du einen Unterschied feststellen. Darum gib dir Zeit und finde für dich raus, wie du dich gerne ausdrückst.

Dabei helfen dir auch ein paar Regeln, die du beachten solltest:

  1. Mach dir das Ziel deines Artikels klar. Was soll der Leser am Ende mitnehmen?
  2. Erarbeite dir eine Struktur, die dir als roter Faden dient. Es kann sein, dass sich diese während des Schreibens ändert. Das passiert mir auch, aber wenn du das Ziel deines Artikels vor Augen behältst, dann behältst du auch den roten Faden bei.
  3. Schreibe kurze Sätze. Lieber zwei Sätze als einen langen.
  4. Vermeide Füllwörter wie schon, auch, daneben, bereits, hierzu, hiernach usw. Die Seite „schreiblabor“ bietet einen Füllwörtertest an. Probiere ihn doch mal für deinen Text aus.
  5. Nutzwert, Nutzwert, Nutzwert. Ich kann es nicht oft genug sagen. Lass deinen Leser immer mit einem Aha-Erlebnis vom Blog gehen. Egal, ob du für deine Firma bloggst, ein Buch rezensierst, ein DIY beschreibst oder ein Rezept veröffentlichst.
  6. Sei du selbst. Du bist dein Blog und dein Blog ist du in all seinen Facetten. Das heißt, wenn du ein bisschen flapsig, ironisch oder sarkastisch bist, dann lass das mit einfließen. Aber Vorsicht: Einfließen lassen ist was anderes, als einen Text damit zu dominieren.
  7. Achte auf Zwischenüberschriften. Damit unterteilst du a) einen Text und machst ihn leserlicher und b) kannst du dort schon eine Zusammenfassung des nächsten Absatzes bzw. der nächsten Absätze bieten. So haben auch die Leser etwas von deinem Artikel, wenn sie ihn nur überfliegen.
  8. Absätze helfen, einen Text zu strukturieren.

Mehr Tipps habe ich dir in meiner zweiteiligen Reihe „Wie du gute Texte schreibst und Leser gewinnst“ zusammengestellt. Dort kommen auch Profis wie Christian Müller, Annette Schwindt, Michel Firnkes, Edda Klepp und Robert Weller zu Wort und geben dir ihre Tipps weiter.

In der nächsten Woche werde ich auf die Punkte Netzwerken, Blogstruktur und Kontinuität eingehen, um das Thema „Blogmarke“ weiter auszuführen. Mit diesem Artikel und den kommenden Posts hast du eine gute Übersicht, worauf du achten solltest, wenn du eine Marke aufbauen willst.

Wie gehst du vor? Machst du dir Gedanken darüber, dass du eine Marke bist und wie du sie nach außen kommunizierst? Achtest du auf optische Details, die du überall kontinuierlich einsetzt? Schreib es mir in die Kommentare, ich freue mich auf deine Meinung!

PS: Ich arbeite gerade an einem Podcast und weitere Einblicke in das Thema werden auch Rouven Kasten von der GLS Bank, Jochen Mai von der Karrierebibel, Huberta Weigl von der Schreibwerkstatt sowie Lars Hahn von der LVQ geben. Mit ihnen werde ich sprechen und bin gespannt, wie ihre Ansichten und Meinungen sind und welche Tipps sie für dich haben.

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13 Kommentare zu “Mit dem Blog zur eigenen Marke – Teil 1

  1. Hallo Daniela,

    vielen Dank für deinen tollen Beitrag. Beim Linkbuilding vergisst man oft, dass die Marke am wichtigsten ist, geschweige denn selbst Uncle G. es mit seinem letzten Algorithmus betont hatte.

    Grüsse!

    1. Hallo Michael,
      vielen Dank für dein Feedback und Lob! Ich sehe es wie du: Wer Linkbuilding nur betreibt, um Links zu setzen bzw. zu erhalten hat nicht verstanden, dass die Links auch auf die Marke einzahlen müssen.

      Viele Grüße
      Daniela

  2. Hallo Daniela, ein wirklich sehr hilfreicher Beitrag.
    Ich miss zugeben, dass ich eine geraume Zeitlang das Branding meiner Bilder vernachlässigt habe. Dies setze ich nun auch recht erfolgreich um. Es gehört eine ganze Menge bei der Umsetzung der eigenen Marke dazu und manchmal ist man einfach nur betriebsblind.;-)

    P.S. Die Seite Schreiblabor kannte ich bislang noch gar nicht, habe ich mal gebookmarkt und werde den Füllwörtertest bei der nächsten Gelegenheit mal mit ins Spiel bringen 🙂

    Liebe Grüße Tina

    1. Hallo Tina,
      vielen Dank für dein Feedback und ich freue mich, dass dir der Artikel weitergeholfen has! Du hast Recht, das Branding von Bildern sollte man nicht vernachlässigen. Aber wie man bei mir unschwer sehen kann, achte ich dort selbst nicht auf mein Branding. Viel besser macht es da Janneke von Blog your thing. Ist ist das wirklich konsequent. Ihre Bilder erkennt man immer. 🙂 Ich selbst müsste mir auch eine Schablone anlegen aber wie das so ist…das Fleisch, der Geist.. 😉

      Liebe Grüße
      Daniela

  3. Hallo Daniela,

    ich bin auch der Meinung, dass es wichtig ist, seinen Blog nicht nur als “Blog” zu betrachten. Viel eher soll man sich die Mühe machen und sich überlegen, was man mit dem Blog alles machen kann und machen möchte. Ich denke, dass das schon eine große Hilfe dabei ist.
    Du sagst ja auch, dass es dabei völlig egal ist, was man tut. Und wofür. Es geht im Endeffekt darum, dem Leser zu vermitteln, warum man selbst da ist und für was.

    Danke für diesen Artikel und die interessanten Einblicke!

    Henrik

    1. Hallo Henrik,
      vielen Dank für deinen Kommentar! Ich bin völlig bei dir, wenn du sagst, dass man sich die Mühe machen sollten was man alles mit dem Blog machen möchte. Es gibt aber auch viele Blogger, die das gar nicht wollen. Für sie ist das Blog einfach eine schöne Art sich über alles was sie beschäftigt mitteilen zu können. Aber selbst da wäre ein roter Faden schön damit man sich als Leser ein bisschen auf dem Blog zurecht findet.

      Viele Grüße
      Daniela

  4. Servus, Daniela!
    Danke für den tollen Einstieg in das Thema. Es stimmt, auch ein Blog gehört zur Marke. Alles, was du aus deinem und für dein Unternehmen tust, muss sich von der Positionierung ableiten. Dabei ist Positionierung nicht ausschließlich aus der Marketing-Perspektive zu sehen. Ich habe erst kürzlich selbst darüber geschrieben. Vielleicht darf ich es hier verlinken? https://keen-communication.com/positionierung-kein-marketing-ding/
    Letztes Endes sollte alles in einer in sich schlüssigen Brand Story münden, der Blog genauso wie alles andere, was wir für unsere Zielerreichung tun.

    Ich freue mich schon auf die anderen Beiträge!

    Ganz liebe Grüße aus Wien
    Ivana

    1. Hallo Ivana,
      danke für deinen Kommentar und dein Feedback! Ich bin wie du der Meinung, dass ohne Positionierung nicht klar ist was man nach außen vermitteln will. Dann kann ich noch so sehr an meinem Corporate Design arbeiten. Es bringt mir alles nichts. Darum danke, dass du auf deinen Beitrag verwiesen hast, der das noch einmal deutlich kommuniziert.

      Viele Grüße
      Daniela

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