Lifestyle- und Kommunikationsblogger sind unterschiedlich und doch wieder nicht. Sie können viel voneinander lernen, wenn sie ihre Skepsis gegeneinander aufgeben.

Wie Kommunikations- und Lifestyle-Blogger voneinander profitieren können

Vor einiger Zeit saß ich mit einer bekannten Lifestyle-Bloggerin in einem Café und wir unterhielten uns über Blogs. Dabei fragte sie mich, ob sie mal ehrlich sein dürfe.

Meine spontane Antwort: „Gern“. Merke: Spontaneität ist nicht immer gut. Denn dann kam das:

„In den sozialen Netzwerken habe ich dich ehrlich gesagt als sehr hart und deshalb als unsympathisch wahrgenommen. Und mit deinem Blog tue ich mich schwer, weil ich vor lauter Sachlichkeit einfach kein Gefühl für dich als Person dahinter bekomme. Inhaltlich finde ich deine Themen nicht uninteressant, aber mir fehlt da einfach deine eigene Stimme oder mehr Persönlichkeit. Denn alles, was du auf deinem Blog schreibst, ist ja per se nichts Neues. Also warum sollte ich mir diese Infos gerade bei dir holen, wenn mich die Person dahinter nicht triggert?“

Verschiedene Ansichten bieten Raum für Neues

Nach so einem ehrlichen und offenen Statement musste ich ziemlich tief durchatmen. Wenn ich das Gespräch heute Revue passieren lasse, muss ich tatsächlich schmunzeln. Denn das Gespräch hat mir die Augen geöffnet – und diesen Artikel angestoßen. Für mich ist klar: Blogger verschiedener Themengebiete sind in völlig unterschiedlichen Galaxien unterwegs. Der Blick für die jeweils andere Filterblase ist dabei ein wenig getrübt – freundlich ausgedrückt. Genau deshalb können wir viel voneinander lernen. Und darum geht es heute.

Jede Blogosphäre hat ihre Eigenheiten und bietet neue Erkenntnisse

Nachdem ich das Gesagte erst mal habe sacken lassen, fing ich an darüber nachzudenken. Ihre Ansicht konnte ich zunächst überhaupt nicht nachvollziehen, denn in meinem Bereich der Kommunikations- und Social-Media-Blogger bekomme ich durchweg positives Feedback für mein Blog und meine Artikel. Andere Blogs verlinken auf mich und selbst prominente Blogger finden meine Artikel gut, wie beispielsweise Sascha Pallenberg von Mobilegeeks:

„Bleib am Ball und ziehe es durch. Deine Texte sind hervorragend und aus diesem Grunde relevant. Das können viele Seiten mit Millionen Besuchern im Monat nicht von sich behaupten… auch wenn sie es versuchen.“

Die Kommentare in den verschiedenen Facebookgruppen sind, ebenso wie meine, auf den Punkt und sachlich. Persönlich stand für mich immer fest, dass ich als Person im Hintergrund bleibe, denn auf bloggerabc geht es rein um die Inhalte. Und dafür soll das Blog auch stehen. Vergleiche ich das mit anderen Bloggern in meinem Themenbereich, dann stelle ich fest, dass ich mit dieser Haltung nicht alleine bin. Soll heißen:

In MEINER Filterblase bin ich, so wie ich aufgestellt bin und mich positioniert habe, genau richtig. Und das ist der Haken, denn die Wahrnehmung eines Blogs orientiert sich auch an der Filterblase, in der der Betrachter steckt.

Für mich wurden durch das Gespräch mit der Lifestylebloggerin mehrere Punkte sehr deutlich:Tonalität, Individualität, Persönlichkeit und auch Design sind vier wesentliche Faktoren, die ein Lifestyle- und Kommunikationsblogger unterschiedlich wahrnimmt und bewertet. Und genau an diesen Punkten können wir voneinander profitieren.

Was Kommunikationsbloggern von Lifestylebloggern lernen können

Auch wenn Kommunikationsblogger das Bloggen oft sehr professionell angehen, können sie von Lifestylebloggern noch Einiges lernen. Zum Beispiel:

  • Freundlicher Umgangston

Schaut man sich die Blogs im Lifestylebereich an, dann fällt auf, dass viele Texte viel freundlicher oder auch diplomatischer geschrieben sind. Unter Kommunikationsbloggern sind Texte und Kommentare dagegen sehr informativ und sachlich formuliert. Das führt teilweise jedoch auch zu einem, wenn auch nicht böse gemeinten, rauen Umgangston. Etwas mehr Freundlichkeit würde hier nicht schaden.

  • Persönlichkeit und Beispiele

Die Beiträge von Lifestylebloggern sind nie gleich. Die Themen sicherlich schon, als Foodblogger geht es nun mal um Rezepte und ein Interiorblog wird sich zwangsläufig mit Wohntrends und den verschiedenen Marken auseinandersetzen. Doch sie holen den Leser mit einem persönlichen Beispiel ab und zeigen daran den Inhalt ihrer Artikel. Das kann die eigene Wohnungsgestaltung sein, ein neues Rezept oder ein cleveres DIY.
In unseren Artikeln hingegen gehen wir selten auf eigene Erlebnisse ein.

Kundenbeispiele werden wenig genannt und auch dass sich ein interessanter Gedankengang durch ein spontanes Bloggertreffens ergeben hat, wird sich eher selten bis gar nicht auf unseren Blogs finden lassen. Die Über-Mich-Seite von Lifestylebloggern ist wesentlich offener und persönlicher gestaltet als du es bei den Kommunikationsbloggern finden wirst. Die Wenigsten verraten Details aus dem Privatleben, eben weil wir es nicht für “nötig” befinden und uns auf die Fakten unseres Contents konzentrieren wollen. Hier sind Lifestyleblogger uns weit voraus.

  • Ästhetik und Design

Ästhetik ist im Lifestyle-Bereich ein wichtiger Faktor. Abgesehen von einem kreativen und funktionalen Thema sind es besonders die Fotos, die das große Kapital der Lifestyle-Blogger bilden. Hier fehlt uns Kommunikations- und Social-Media-Bloggern noch viel Können, was das Auge für Design und Fotokünste angeht.

Ja, es geht um Text. Doch das Auge liest mit. Die Themes sind wesentlich kreativer als es in meinem Bereich der Fall ist. Farben, Schrifttypen und Sidebars werden teilweise für weitere Elemente, wie beispielsweise Instagrambilder, genutzt. Inzwischen werden auch vermehrt Themes im Magazinstyle verwendet oder Slideshows im Header.

Was Lifestyleblogger von Kommunikationsbloggern lernen können

Für mich habe ich aus dem Gespräch mitgenommen, dass ich versuchen werde, verschiedene Fragen in den Facebook-Gruppen diplomatischer und in einem freundlicheren, eben nicht nur rein sachlichen Tonfall zu beantworten. Eine Einleitung, die mehr als ein “Hallo” und dann “auf den Punkt kommen” beinhaltet, wird meine nächste Herausforderung. : )

Aber ich glaube, es gibt auch Dinge, die Lifestyleblogger von Kommunikationsbloggern abgucken können, nämlich:

  • Sachlichkeit

Bleiben wir bei dem Punkt “auf den Punkt kommen”. Im Bereich der Kommunikationsblogger sind Sachlichkeit und Fakten alles. “Kurz, knapp, präzise” ist die Leitlinie für Sätze und Inhalte. Daran könnte sich der eine oder andere Lifestyleblogger orientieren, wenn es um Texte geht.

  • Mehr Hintergrundinformationen ausarbeiten

Immer den Leser im Auge behalten und den Mehrwert des Inhalts herausarbeiten oder vertiefen. Oftmals gibt es Hintergrundinformationen, die das Thema untermauern könnten. Beim Thema Handarbeit gibt es beispielsweise tolle Aspekte, die, obwohl vorhanden, oft nicht aufgegriffen werden. Ich erinnere mich an eine Bloggerin, die über ihre Handarbeiten berichtete, dabei nutzte sie Biowolle und fragte, ob sonst noch  jemand diese verwenden würde. Mehr nicht. Dabei war dieses Thema wirklich spannend für ihre Leser: Biowolle – was macht sie aus, auf welche Zertifizierungen muss man achten, ist sie genauso zu verarbeiten wie andere Wolle und zig andere Fragen hätten hier beantwortet werden können. Das Blog hätte dadurch enorm gewinnen können.

  • Denken in Strategien und Konzepten

Das Denken in Strategien und Konzepten ist bei uns Kommunikationsbloggern sehr ausgeprägt. Besonders im Hinblick darauf, Kunden und Kooperationspartner anszusprechen. Hier, glaube ich, ist im Lifestylebereich noch Luft nach oben. Nämlich darauf ausgerichtet wie Monetarisierung möglich ist oder auch wie Inhalte für Unternehmen und Kooperationspartner wirken können.

Hier lohnt es, sich die Frage zu stellen: Wie kann ich Kooperationspartner mit meinem Content abholen? Wie können beispielsweise Artikel so gestaltet werden, dass sie für Unternehmen attraktiv werden und zu Kooperationen einladen? Welche Themen können angesprochen werden, die Agenturen und Unternehmen auf das Blog aufmerksam machen? Welche Kooperationsmöglichkeiten soll das Blog überhaupt bieten?

Das ehrliche Feedback besagter Lifestylebloggerin hat mich nicht nur zum Nachdenken angeregt und dafür gesorgt, dass dieser Artikel entstanden ist. Zudem hat es auch dazu geführt, dass ich konstruktive Verbesserungen für meine Art zu kommunizieren und mein Blog mitgenommen habe. Das gute Verhältnis zu meiner Gesprächspartnerin hat übrigens in keinster Weise gelitten. Ganz im Gegenteil: Ich schätze solche offenen Worte sehr und bin froh, dass ich sie inzwischen zu meinem Freundeskreis zählen kann. Zudem ist sie mir eine wertvolle Ratgeberin geworden, wofür ich sehr dankbar bin.

Nun möchte ich gerne eure Meinung wissen: Wie seht ihr das Verhältnis zwischen Lifestyle- und Kommunikationsbloggern? Was sind eure Erfahrungen in eurer Filterblase und wo seht ihr Möglichkeiten im Zusammenspiel zwischen Bloggern verschiedener Themenwelten? Ich freue mich über eure Kommentare!

30 Kommentare zu “Wie Kommunikations- und Lifestyle-Blogger voneinander profitieren können

  1. Hallo Daniela, spannendes Thema und sehr interessant für mich, da ich mich selbst zwischen zwei Bloggenren bewege. Bei dem einen geht es um Sach- bis wissenschaftliche Themen (zeitzuteilen), der andere ist ein Reiseblog (Reisekladde). Ich habe den Fachblog anfangs sehr nüchtern gehalten. Mein Stil hat sich aber weiter entwickelt und ich habe bei verschiedenen Wissenschaftsbloggern, besonders bei denen, die auch auf Snapchat unterwegs sind, gemerkt, dass das es Alternativen zur Nüchternheit gibt. Da es im Blog darum geht, Bildung auch anders zu denken und aufzubereiten, halte ich diesen Weg mittlerweile auch für richtig. Danke für die tollen Anregungen! Dein Beitrag hat mich bestätigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Ich finde Dein Blog übrigens uneingeschränkt ganz hervorragend! Auch, wenn ich von Deiner Persönlichkeit wenig mitbekomme. LG Sabine

    1. Hallo Sabine,
      dein Blog „Reisekladde“ kennen ich natürlich 🙂 Ich freue mich sehr, dass dir der Beitrag gut gefallen hat und über dein Lob! Vielen Dank dafür! Das ich wenig über meine Persönlichkeit preisgebe ist von mir beabsichtigt, weil für mich die Artikel im Vordergrund stehen und nicht ich, als Person. Aber vielleicht mache ich mal einen Post mit ein paar Fakten über mich.
      Ich danke dir auch sehr für den Einblick in deine Arbeit und Entwicklung. Gerade die Weiterentwicklung im Stil und bei der Nutzung von neuer Technik, wie Snapchat macht das Ganze so toll. Einfach nicht stehen bleiben, sondern immer weiter!

      Viele Grüße
      Daniela

  2. Pingback: Die Social Web News aus der 30. Kalenderwoche
  3. Liebe Daniela

    Wow, Hut ab vor deiner Fähigkeit, konstruktiv mit Kritik umzugehen. Eine sehr wertvolle Fähigkeit und in meinen Augen rar gesäht… 😉 Danke deshalb erst recht für diesen tollen Artikel.

    Ich habe bislang die Blogger-Welt nicht eingeteilt (Kommunikation-Lifestyle), aber ich bin ehrlich gesagt auch blutige Anfängerin.

    Interessant finde ich, dass auch ich mir in den vergangenen Monaten und Wochen Gedanken darüber gemacht habe, wieviel mehr Persönliches in meine Beiträge fliessen darf. Ein interessanter Unterschied zeigt sich hier auf: „Persönlich“ zu schreiben, ist nicht dasselbe wie „Privates“ preiszugeben.

    Ich habe mich stets sehr distanziert gegeben. Als ich dann Ende April wegen einem Fahrradunfall 3 Monate lang nicht mehr arbeiten konnte, waren der Blog und mein Newsletter die einzige Form, meine Kundenbeziehungen zu pflegen. Gerade der Fakt, dass ich mich dazu entschied, im Blog von meinem Sturz, seinen Folgen und meinen AHA-Effekten zu erzählen, liess das Interesse meiner KundInnen aufrecht erhalten. Es passte natürlich zu meiner Kernkompetenz, das ist klar.

    Und dafür bin ich sehr dankbar! Die positiven Feedbacks daraus ermuntern mich dazu, auch im nächsten Beitrag wieder etwas sehr Persönliches zu teilen.

    Und dein Beitrag hier bestätigt mich auch grad darin. Dankeschön! 😉

    Herzlich, Chantal

    1. Hallo Chantal,
      ich denke auch das eine Gradwanderung ist zwischen „Persönlich“ und „Privat“. Die eine oder andere Erfahrung einfließen zu lassen finde ich völlig in Ordnung und das bereichert auch einen Text. Alles andere fände ich zu viel 🙂

      Das du dein Blog und deinen Newsletter als aktives Kommunikationsmittel genutzt hast, um mit deinen Kunden in Kontakt zu bleiben finde ich toll. Genau darum geht es: Beziehungen aufbauen, erhalten und pflegen. Schön, dass du das umsetzt!

      Ich danke dir für deine Feedback und deinen Kommentar. Das hat mich sehr bereichert!

      Viele Grüße
      Daniela

  4. Hallo Daniela, ich stöbere in letzter Zeit immer mehr Lifestyle und Food Blogger auf, die richtig gute Tipps geben, die man auch als Kommunikationsblogger durchaus anwenden kann.
    Die etwas andere Schreibweise finde ich sehr erfrischend und gibt etwas Antrieb, um hin und wieder mal über seine eigene Schreibweise nachzudenken. Auch holt man sich dort richtig gute Tipps, wenn man sprichwörtlich den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht.
    Morgen habe ich in den Social Web News auch einen Beitrag von einem MischMasch Blog dabei. Ein wenig Food, etwas Lifestyle und etwas DIY. Spannend sind diese Blogs allemal und ich kann jedem wirklich nur raten, der seinen eigenen Horizont erweitern möchte, mal über den Tellerrand hinaus zu schauen 😉
    LG Tina

    1. Hallo Tina,
      da hast du Recht. So manches Lifestyleblog ist eine echte Inspirationsquelle. Deine Social Web News finde ich jeden Freitag spannend, denn da habe ich schon so manche Blog- und Artikelperle kennenlernen dürfen.

      LG Daniela

  5. Hallo Daniela,

    der Beitrag hat mir gut gefallen. Ich finde deinen Blog gut und lese ihn gerne.
    Ich bin nicht der große Lifestyleblogleser und daher fehlt mir der Vergleich. Ich schaue eher mal in den ein oder anderen Wissenschaftsblog rein. Man findet dort oft (sehr) viel Text und wenig Abbildungen. In meinem Blog versuche ich die Inhalte etwas ansprechender zu gestalten.
    Letztens hat sich jemand verwundert über die Smilies in meinem Wissenschaftsblog geäußert. Es gibt es wohl je nach Genre bestimmte Erwartungen. Wissenschaft ist ernsthaft. – Ich empfehle da die Science Slam-Videos bei Youtube. 😉
    Mein Blog ist kein Fachjournal. Die Inhalte sollten fachlich korrekt, aber allgemein verständlich und – hoffentlich – interessant erzählt sein. Fotos und Videos lockern den Text auf und illustrieren die Inhalte.
    Viele Grüße
    Ricarda

    1. Hallo Ricarda,
      dein Thema „Wissenschaftsblogs“ finde ich spannend. Damit hatte ich bisher noch keinerlei Berührungspunkte. 🙂 Ich finde dein Vorgehen sehr gut, dass du deinen Lesern Abwechslung bieten willst und das auch tust. Bitte mach weiter so!

      Viele Grüße
      Daniela

  6. Hallo Daniela,

    interessante Gedanken, finde es aber schwierig, in Blogs, die sich mit Sachthemen beschäftigen, viel Persönliches einzubringen. Privates wie bei Juli und Co. fände ich absurd. Es gibt einige PR-Blogger, die bei fast jedem ihrer Texte mit einer Anekdote starten. Kann man mal machen, nervt aber, wenn jeder zweite oder dritte Text so startet. Ehrlich gesagt überspringe ich den ersten Absatz dann meist.

    Dann gibt es ja da noch die Marketing-Leute, die viel Click-Baiting betreiben und groß Dinge ankündigen, die sie im Text nicht einhalten (können). Warum dies funktioniert, ist mir bis heute nicht klar. Mich nervt das tierisch, wenn ich mit was gelockt werde und dann am Ende des Beitrages keinen oder nur sehr geringen Erkenntnisgewinn habe. Und jetzt sag nicht, das läge an mir 😉
    Es ist wohl wie immer im Leben: Die Mischung macht es aus. Mal ne Anekdote oder einen persönlichen Aufhänger verwenden, ist sicherlich nicht verkehrt.

    Anscheinend lesen hier einige wirklich die Texte in Interior- und Lifestyleblogs. Interessant. Ich bin da ehrlich: 95 % der Texte lese ich nicht, sondern guck mir nur die Bilder an. Es gibt nur ganz wenige Blogs, die ich ähnlich aufmerksam rezipiere wie einen Text aus einer Zeitung oder bei denen ich so konzentriert bin wie in einem Kundenmeeting oder so. Die meisten Dinge fliegen da doch eher an mir vorbei. Hingegen lese ich dann PR- und Marketing-Blogs aufmerksamer, da sie für mich gerade vom Thema her interessant sind. Die Personen dahinter interessieren mich dann nicht so.

    Viele Grüße
    Julius

    1. Hallo Julius,
      ich bin da ganz bei dir. Ich kann und werde mich jetzt nicht um 180 Grad ändern, sondern mir einzelne Dinge rausnehmen und diese anwenden. Das fängt für mich damit an, dass ich versuche „freundlicher“ beim Kommentieren zu sein. Wenn ich Texte schreibe, werde ich auch nicht immer zu mit einer Anekdote anfangen, dass ist Quatsch. 🙂 Aber, wenn ich ein gutes, persönliches Beispiel habe, dann werde ich das definitiv häufiger anwenden. Einfach auch aus der Situation heraus einen Sachverhalt besser zu verdeutlichen. Es ist genauso, wie du sagst: Es entscheidet das Maß.

      Danke dir für dein Feedback und viele Grüße
      Daniela

  7. Liebe Dani,

    ein toller Beitrag, den ich innerhalb einer Minute verschlungen habe! Das Thema ist spannend, besonders weil ich diese „Filterblasen“ auch immer wieder in meinen Beiträgen thematisiere.

    Gewundert habe ich mich über den Kommentar der Lifestyle-Bloggerin trotzdem. Ich finde, du wirkst durch deinen Blog und deinen Schreibstil überaus sympathisch. Das liegt wohl im Auge des Betrachters und am Blickwinkel.

    Ich stimme auch Katharin Lewald mit ihrer Aussage zu. Unterschiedliche Blogs, verfolgend unterschiedliche Ziele und haben unterschiedliche Dialoggruppen. Wir (Kommunikatoren) zielen eher auf Evergreen-Content, der konkrete Fragestellungen behandelt, während Lifestyle-Blogs Trends, Ansichten und „Emotionen“ aufgreifen. Weder das eine noch das andere ist richtig oder falsch – wir haben nur unterschiedliche Prioritäten.

    Den Versuch etwas Persönlichkeit in einen Kommunikationsblog zu bekommen, finde ich aber auf alle Fälle erfolgsversprechend. Ein, wie ich finde prima Beispiel, ist Walter mit seinem Schreibsuchti-Blog.

    Ich arbeite selbst daran… 🙂

    Ganz liebe Grüße aus Wien
    Ivana

    1. Hallo Ivana,
      vielen Dank für dein Feedback! Es freut mich sehr, dass dir der Artikel gefallen hat und bin mit dir völlig einer Meinung, wenn du sagst das es lediglich unterschiedliche Prios sind. Darum war mein Ansatz zu sagen, dass es eher die Feinheiten sind von denen wir lernen können, man auch es auch die „technischen Details“ nennen, wie ich finde : )

      Liebe Grüße nach Wien!
      Daniela

  8. Hallo Daniela, ich finde deinen Artikel sehr spannend und auch sehr nachvollziehbar. Je persönlicher und authentischer der Blogger für seine Leser ist, desto mehr kann er sich mit dir identifizieren und von dir lernen. Ich muss mich in diesen Bereich auch noch etwas mehr wagen, denn auch ich habe gemerkt, dass ich nicht identifizierbar sind und meinen Leser das nicht besonders gefällt. Ich möchte mich auf jeden Fall nicht mit Fotos und Co präsentieren aber mehr über mich und mein Leben preis geben. Ich werde deine Fanpage gleich liken und bin gespannt wie es bei dir weiter geht. LG Tanja

    1. Hallo Tanja,
      erstmal vielen Dank für das Liken : ) Freut mich total, dass dir der Artikel gefällt und du was für dich rausziehen kannst. Ich weiß gar nicht, ob man unbedingt was über sein Leben preis geben muss.. Ich glaube, ein guter Weg wäre es schon mal eine schöne „Über-mich“ bzw in deinem Fall „Über uns“-Seite zu gestalten…vielleicht mit einem Foto?! Euer Blog fand ich total schön und dein Bericht über die Detoxkur fand ich gut. Wenn du so etwas nochmal machst, dann würde ich gerne noch etwas mehr darüber lesen 🙂

      Viele Grüße
      Daniela

  9. Interessanter Artikel. So habe ich das bisher noch gar nicht betrachtet. Was aber vermutlich auch daran liegt, dass ich so gut wie keine Kommunikationsblogs lese. Aber es stimmt schon was du schreibst. Mal auf deinen Blog bezogen ist er im Vergleich zu einem Lifestyleblog (wozu ich meinen im weitesten Sinne auch zähle) wirklich sehr sachlich. Ich habe den Unterschied da bisher allerdings nicht unbedingt negativ wahr genommen. Allerdings, wenn ich so darüber nachdenke, dann beeinflußt das durchaus mein Leseverhalten. Ich lese nämlich solche Beiträge dann auch nur, wenn sie in irgendeiner Form interessant für mich sind. Also inhaltlich. Wobei ich einen Lifestyleblog durchaus auch lese, wenn mich das verbloggte Thema in dem Moment nicht so interessiert. Z.B. lese ich auch einen Beitrag über Gartengestaltung, obwohl ich ja gar keinen habe. Weil ich die Art zu Schreiben mag, die Geschichte, die dazu erzählt wird, die Fotos schön sind etc.
    Dein Biowolle Beispiel finde ich klasse. Da muss ich mich ganz dringend an die eigene Nase fassen, ich gehe über sowas auch immer viel zu schnell hinweg und nutze Möglichkeiten nicht. Das nehme ich jetzt mal mit und werde versuchen, demnächst (wenn meine faule Phase überwunden ist) mal ein wenig mehr in die Tiefe zu gehen, wenn es sich anbietet….

    1. Hallo Haydee,
      puuhhh da bin ich froh, dass ich im Lifestylebereich nicht durchweg als unfreundlich wahrgenommen werde und dann das du mir das sagst 🙂 Ich finde es toll, wenn der Artikel etwas bewegt hat und du für dich etwas mitnehmen konntest. Bei den Sachthemen ist es halt schwer – finde ich – diese mit schönen Fotos oder Illustrationen zu untermalen. Wobei Sketchnotes eine gute Möglichkeiten wären, wenn ich so richtig darüber nachdenke. Vielleicht wäre ein Kurs bei Frau Hölle mal angebracht 😉
      Bei den Lifestylebloggern schaue ich meistens auch nur nach Sachen die mich interessieren oder optisch ansprechen. Das sind zumeist Rezepte oder Einrichtungsbilder, die mich dann packen. Im Kommunikationsbereich ist es dann die Überschrift oder aber Empfehlungen aus meiner Filterblase. Ich sags ja, wir Blogger sind nicht einfach 😀

      Liebe Grüße
      Daniela

  10. Hallo Daniela, ein tolles Thema! Für mich sehr spannend zu lesen, da ich selbst über die Unterschiede der beiden Blogformen gar nicht so explizit nachgedacht hatte, da ich mich ja größtenteils in der Lifestyle-Blogosphäre bewege. Der unterschiedliche schriftliche Umgangston ist mir aber tatsächlich auch schon aufgefallen. Katharina schrieb ja, dass Lifestyle-Blogger Kooperationspartner anziehen wollen und sich deshalb eventuell etwas „glattgeschliffener“ präsentieren. Auf viele trifft das sicherlich zu, in letzter Zeit gewinne ich aber den Eindruck, dass gerade Blogger, die polarisieren, oft viele Anhänger haben und ihre Reichweite auch klaren Statement-Postings, die nicht immer bequem sind, verdanken. Das hängt sicherlich auch eng mit dem Punkt zusammen, den deine Gesprächspartnerin erwähnt hat: Die sichtbare Persönlichkeit, das Gefühl, den Blogger als Menschen zu kennen – für viele Follower im Lifestyle-Bereich ist das fast wichtiger, als die Inhalte. Zwei Blogger, die vielleicht qualitativ ähnlich gut über Mode/Beauty/Lifestyle schreiben, unterscheiden sich dann eben doch über ihre Fähigkeit, Menschen so von sich zu überzeugen, dass die Leser sich wünschen, durch das Verfolgen des Blogs an deren Lebensgefühl teilzuhaben. Dieser Aspekt fällt bei den Kommunikationsblogs, die auf Wissensvermittlung setzen, natürlich nicht wirklich ins Gewicht. Es wäre aber interessant, zu vergleichen, wie Kommunikationsblogger sich entwickeln, wenn sie ihre Persönlichkeit mehr in ihre Posts einfließen lassen. In diesem Sinne bin ich sehr gespannt auf deinen weiteren Weg 🙂 Liebe Grüße! Kea

    1. Diesem Kommentar stimme ich uneingeschränkt zu. Wenn ich einen Interiorblog lese, dann, weil mich – warum auch immer – die Person dahinter anspricht. Mit ihrer Stimme, ihrem Style, ihrer Persönlichkeit, ihrer Sicht auf Dings und Bums. Andernfalls könnte ich mir auch ein Interiormagazin kaufen. Von Blogs erwarte ich einfach ein „Mehr“.
      Für Kommunikationsblogs ist dieses „Mehr“ wohl schwieriger zu bewerkstelligen, weil es sich einfach um Sachthemen handelt. Man kann ja schlecht seine ganz persönliche Sicht auf z.B. SEO-Tipps schildern…von „jo, stimmt bzw. funktioniert“ oder „naja, bringt nicht so viel“ vielleicht mal abgesehen. Sachthemen bieten wenig Raum für Gefühlsebenen, für Interpretation oder Geschmack. Das liegt in der Natur der Sache. Deshalb finde ich Deine Idee, Sachthemen künftig über einen kleinen persönlichen Aufhänger aufbereiten zu wollen, sehr gut! Das könnte ein Weg sein, die Grätsche zu schaffen.

      Gestern habe ich mir im Buchhandel übrigens zwei Gartenbücher für Anfänger gekauft. Ich habe NICHT nach dem sachlichsten Superinfo-Buch gegriffen, sondern nach denen, von denen ich den Eindruck hatte, dass sie mir beim Lesen einfach Freude bereiten würden…weil besonders schön und kreativ illustriert. Die Tipps werden die gleichen sein wie in „strengeren“ Büchern, aber warum sollte ich mir etwas „in langweilig“ angucken, was es auch in „schön und besonders“ aufbereitet gibt? Das Gefühl liest eben mit. Und das gilt für mich auch mit Blick auf Blogs. Ich möchte im besten Falle nicht nur informiert, sondern auch ein wenig entertaint oder bewegt werden. DANN beisse ich viel schneller an und Informationen bleiben auch besser hängen, weil ich sie mit einem kleinen Ad-on in meinem Hirnchen abspeichern kann.

      Ich bin sehr gespannt wie Du Deine Beiträge künftig schreiben wirst…und was Du in Sachen Blogdesign vorhast 🙂

      Liebe Grüße
      Juli

      1. Hallo Juli,
        gespannt wie es weiter geht bin ich auch 😀 Und was mich besonders freut ist, dass du mir als Lifestylebloggerin ein Feedback gibst. Die persönliche Seite in den Beiträgen wird eine echte Aufgabe, denn in meinem persönlichen Fall muss ich mir erstmal die Aufhänger überlegen, die passen könnten. Es liegt, wie du schon sagst, in der Natur der Sache – es sind Sachthemen und hier gute und nachvollziehbare Beispiele zu finden, die den Leser packen wird spannend werden 🙂

        Für das Blogdesign habe ich schon jemanden im Auge, der mir bei meiner Auswahl helfen wird. Da bin ich zuversichtlich Funktionalität und Design in ein gutes Verhältnis setzen zu können 🙂

        Liebe Grüße
        Daniela

    2. Hallo Kea,
      danke dir für deinen Kommentar! Ich bin in allen Punkten absolut da core mit dir und besonders was den Punkt mit dem „polarisieren“ angeht. So mancher Blogger dessen Arbeit ich schätze aber nicht unbedingt seine Meinung teile arbeiten damit. Geht mir etwas auf den Keks, besonders wenn pauschale Aussagen getroffen werden ohne zu relativieren. Fakt ist aber, für die Leser solcher Blogger bringt es einen „Mehrwert“. Und darum geht es ja. Und ich muss mich jetzt darin üben mehr Persönlichkeit in meine Post reinzubringen. Challenge accepted 🙂

      Liebe Grüße
      Daniela

  11. Ein spannendes Thema und gut beschrieben, Dani 🙂

    Allerdings glaube ich, dass der Grund, warum Lifestyleblogger und Kommunikationsblogger so unterschiedlich ticken, ein anderer ist:

    Lifestyleblogger, Foodblogger usw. arbeiten bei der Monetarisierung mehrheitlich mit Bannerwerbung, Kooperationen mit Unternehmen usw. Die brauchen vor allem eine sehr große Reichweite – je größer, umso erfolgreicher. Um eine sehr große Reichweite aufzubauen, versucht man automatisch wenig „anzuecken“, könnte ich mir vorstellen. Nein, das ist sicher nicht überall so. Aber die erfolgreichen Lifestyleblogger, die ich kenne, posten alle sehr „diplomatisch“. Wird ja kein Zufall sein.

    Bei uns Kommunikationsbloggern sieht es oft anders aus. Meistens monetarisieren wir durch Beratung, Coaching, eigene Produkte usw., das ist der Schwerpunkt. Um Kunden zu gewinnen, müssen wir zeigen was wir fachlich drauf haben. Aber wir müssen uns eben auch von unseren Mitbewerbern klar unterscheiden, indem wir Stellung beziehen. Auch wenn es manchmal weh tut. Wir brauchen nicht viel Reichweite, sondern „die richtige“ – auch wenig Traffic kann zu einer gesunden Anzahl Neukunden führen 🙂

    Diese Unterscheidung funktioniert bei Lifestylebloggern häufig über das Branding (Blogdesign, Farbgebung, Fotos usw.). Bei uns Kommunikationsbloggern aber eher über das, was wir schreiben – und die Meinung(en), die wir vertreten. Unsere Themen sind eben auch viel weniger visuell, das liegt in der Natur der Sache.

    Klingt alles etwas vereinfacht, aber ich glaube im Groben funktioniert es so.

    Nichtsdestotrotz können wir voneinander lernen, das finde ich auch. Auch wenn ich bei der Masse an konsumierten Infos froh bin, wenn jemand auf den Punkt kommt – egal ob auf einem Blog oder bei Facebook und Co. 😉

    Bin gespannt auf weitere Kommentare.

    Liebe Grüße
    Katharina

    1. Hi Katharina,
      ich weiß gar nicht ob es zwangsläufig um Monetarisierung geht. Viele Lifestyleblogger haben weder Werbung auf ihrem Blog, noch Kooperationen am Start. Ich glaube, dass die „diplomatische“ Schreibe auch oft mit der Art des Schreibens an sich zu tun hat. Ich kennen Lifestyleblogger, die haben sich mit Ihrem Schreibstil eine Positionierung und Wiedererkennungswert erarbeitet. Das ist auch eine Möglichkeit der Reichweitengenerierung – unabhängig von Werbung und Kooperationen.
      Wo ich komplett bei dir bin ist der Punkt mit dem visuellen Schwerpunkt. Das geben unsere Themen einfach oft nicht her, wobei ich glaube das Illustrationen als Alternative funktionieren könnten.

      Liebe Grüße
      Daniela

  12. Liebe Daniela,

    diese Erkenntnisse finde ich sehr wichtig. Vielen Dank, dass Du deine Gedanken mit uns teilst!

    Es geht halt nicht nur um Wissensvermittlung und Traffic. Bei einem Corporate Blog ist es ein zentrales Ziel, Vertrauen zu schaffen. Und das geht nur, wenn ich spürbar Mensch bin und die Texte Persönlichkeit haben. Halt eben auch die sprichwörtlichen „Ecken und Kanten“. Neben Tipps und sachlichen Informationen finde ich persönliche Einblicke und eine lebendige Schreibe wichtig.

    Ich versuche bei mir im Blog immer mal wieder aus dem Nähkästchen zu plaudern. Zum Beispiel in meiner Reihe #10JahreSelbständig. Diese Beiträge kamen sehr gut an, weil man mich als Menschen und Selbständigen kennenlernt. Kunden sage ich gerne, dass sie die virtuelle Bürotür einen Spalt öffnen sollten, damit Interessenten reinschnuppern können. Wenn Leser nachvollziehen können, wie man als Mensch tickt und wie man seine Arbeit angeht, wird man greifbar und damit vertrauenswürdig. DIE große Chance eines Blogs und der Social Media im Allgemeinen. Menschen machen mit Menschen Geschäfte. Und auch als Leser eines Blogs fühle ich mich einem erkennbaren Menschen eher verbunden als nur sachlichen Texten.

    Du hast geschrieben, dass die Wenigsten Details aus ihrem Privatleben verraten. Das müssen sie auch gar nicht. Persönlich zu schreiben heißt nicht zwangsläufig privat zu werden. Ich muss nicht über das Mittagessen oder den letzten Grillabend twittern, um persönlich und lebendig zu kommunizieren.

    Viele Grüße!
    Sascha

    1. Hallo Sascha,
      deine Gedanken kann ich absolut nachvollziehen und auch wie du bin ich der Meinung, dass ich nicht wirklich etwas über meiner Privatleben verraten muss. Ich glaube aber, dass eine persönliche Anekdote sehr viel dazu beitragen kann, um a) einen Sachverhalt zu verdeutlichen und b) selbst etwas „persönlicher“ oder „privater“ wahrgenommen zu werden. So eine Reihe, wie du sie bei dir hast, finde ich eine tolle Idee, da ich auch schon in die Richtung gedacht habe. 🙂

      Viele Grüße
      Daniela

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*