Warum nur Experten Inhalte von anderen teilen

Die Inhalte anderer Websites, Facebook-Seiten, Tweets oder Pinterestboards zu teilen habe ich immer als normal angesehen.

Es ist ja auch logisch: teile ich Content, den ich als relevant für meine Community ansehe, dann gebe ich nicht nur Wissen weiter, sondern sorge auch für Diskussionsstoff und baue mir einen Expertenstatus auf bzw. erweitere und festige diesen. Im Grunde das 1×1 des Eigenmarketings, sollte man glauben.
Und dann lese ich den Post von Karin Hill, ihres Zeichens Fachfrau für Facebook-Marketing, in dem sie fragt „Teilst du regelmäßig Beiträge von anderer Facebook-Seiten?“
Die Antworten aus der Community waren toll und teilweise so erschreckend, dass ich aus dem Kopfschütteln nicht mehr rausgekommen bin. Und das ist nur ein kleiner Auszug. 
Und ich frage mich, was bringt Menschen, die am Netz partizipieren so zu denken? Unwissenheit? Das alleine ist mir ehrlich gesagt zu wenig. Mit diesem Artikel will ich darauf eingehen, warum es wichtig ist den Content von anderen zu teilen und diesen Weg aktiv für sich selbst zu nutzen. Also “Content Curation” als Eigenmarketingmaßnahme zu begreifen.

Inhalte zu teilen bedeutet Wissen zu vermitteln

Der große Vorteil, den Inhalt von anderen zu teilen ist, dass du dir damit ein Standing aufbauen kannst, das DICH als Experte für dein Thema zeigt. Wie das funktioniert? Ganz einfach! Du nutzt den Weg des kuratierens für dich. Fachleute sprechen auch von “Content Curation”. Das bedeutet, du nimmst den Inhalt von anderen und nutzt ihn, um deine Meinung zu untermauern.

Du hast ein Thema mit dem du im Netz sichtbar sein möchtest. In meinem Fall ist es das Bloggen. In deinem Fall vielleicht Nähen, Coaching für Frauen, Grafikdesign, Fotografie, Marketing, soziale Arbeit oder vielleicht sogar Metallverarbeitung. Egal was, du kennst dich in deinem Thema aus. Ergo kannst du auch anderen viel darüber erzählen. Schließlich weißt du, was in deiner Branche läuft, welche Neuerungen es gibt, was Trend wird oder auch nicht, welche Features bzw. Entwicklungen nicht länger gefördert und sogar eingestellt werden.
Genau diese Informationen solltest du auf deinen Kanälen posten, um deine Community dort zu informieren. Im Grunde ist es wie bei Google. Jemand sucht etwas, gibt dazu das Suchwort ein und bekommt eine Auswahl möglicher Seiten und Recherchequellen. Es ist dann an dir die für dich relevante Seite, den Shop oder das Blog zu finden.
Am Ende wirst du immer wieder zu der Quelle gehen, die für dich am besten ist, weil sie dir Antworten auf deine relevanten Fragen liefert. Überlege mal, wie häufig du vielleicht auf allfacebook.de, Online Marketing Rockstars bist oder andere anderen Seiten ansteuerst, die dir genau den Input bieten, den du brauchst.
Und genau das ist deine Aufgabe! Sei die Quelle, die andere benötigen, um Antworten auf ihre Fragen zu finden.
Kurzum: Vermittle Wissen!
Einen sehr ausführlichen Artikel dazu habe ich für dich unter dem Titel „Content Curation: Mit fremden Inhalten Anerkennung bekommen“ veröffentlicht. Ich hoffe, er hilft dir weiter. Einen weiteren Beitrag, den ich dir empfehlen kann ist “Content Curation – Ein Leitfaden für Anfänger” von Ryte. Der Artikel bringt viele Beispiele und ist sehr gut zu lesen.

Egoismus ist gesund, im Web und auf sozialen Kanälen aber nicht immer angebracht

Wer Inhalte andere nur mit dem Hintergedanken veröffentlicht, dass der Erwähnte auch seinen Content teilt, wird sehr schnell enttäuscht werden. So funktioniert das Netz nicht, so funktionieren Menschen nicht. Warum nicht? Weil die Erwartungen an eine Geste falsch sind, meiner Meinung nach. Wir dürfen erwarten nett und freundlich behandelt zu werden. Aber wir haben beispielsweise kein Recht darauf geliebt zu werden, nur weil wir jemanden lieben. Klar worauf ich hinaus will?

Wenn ich den Content anderer kuratieren, dann niemals mit dem Gedanken, dass sie sich bei mir bedanken oder meine Inhalte über ihre Kanäle verbreiten. Ich bin davon überzeugt, dass jemand, dem das wichtig ist, es freiwillig tun wird. Entweder weil er sich von mir wertgeschätzt fühlt oder aber weil er meine Reichweite nutzen möchte. Beides sind mögliche und legitime Gründe.
Natürlich kommt es auch bei mir vor, dass Menschen sich nicht bedanken, wenn ich meine Community auf sie und ihre neusten Artikel aufmerksam mache. Das sind oftmals die Leute denen ich „zu klein“ bin bzw. für die ich als Konkurrenz gelte. Damit kann ich leben. Meine höchste Priorität ist es meiner Community möglichst viel Input zu geben. Dafür teile ich auch die Beiträge von Menschen, die ich nicht sehr nett finde. Wenn deren Inhalte aber gut sind, dann stelle ich mich zurück und meine Leser bzw. Fans und Follower nach vorne.
Alles andere ist nur reiner Egoismus und der bringt weder mich noch meine Community nach vorne.
Das besondere an der Diskussion bei Katrin war, dass sich eine große Gruppe gefunden hat, die miteinander gesprochen hat. An dieser Stelle möchte ich mich bei meinen Kollegen bedanken, die aktiv versucht haben Ängsten und Vorurteile konstruktiv zu begegnen, um Aufklärung zu betreiben. Danke an Frank Katzer, Birgit Schultz, Huberta Weigl und Julian Heck.

Fazit

Ich hoffe, es wurde deutlich wie wichtig es ist, dass du nicht nur deine Inhalte deiner Community zeigst, sondern auch passenden und relevanten Content von anderen zu deinem Thema. Du kannst damit nur gewinnen, denn du präsentierst dich als der Experte, der weiß was in der Branche läuft und wichtig ist.

Du bist am Puls der Zeit, erkennst Trends und kannst mit diskutieren bzw. zum Dialog einladen. Inhalte nicht zu teilen zeigt nur, wie egoistisch jemand ist und das wirft kein gutes Licht auf diese Person. Ich wünsche mir sehr, dass wir weniger Ellenbogen einsetzen und uns wieder daran erinnern was das Netz eigentlich ausmacht. Nämlich miteinander zu arbeiten, anstatt gegeneinander.

Wie siehst du das? Teilst du die Inhalte von anderen oder möchtest du lieber ausschließlich mit deinem Content wahrgenommen werden, weil du dir damit deinen Expertenstatus aufbauen möchtest? Schreibe mir deine Meinung in die Kommentare und lass uns diskutieren.

Urheber: georgejmclittle / 123RF Standard-Bild

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19 Kommentare zu “Warum nur Experten Inhalte von anderen teilen

  1. Hallo Daniela,

    ich bin auch absolut der Meinung, dass man fremde Inhalte teilen sollte. Ich gehe immer davon aus, dass Themen die mich interessieren auch sicherlich mein Umfeld interessieren können.

    Genau deswegen werde ich auch diesen Beitrag teilen.

    Schönen Gruß
    Michael

  2. Liebe Daniela,
    ich finde deinen Artikel großartig und teile ihn sehr gerne in meinen Netzwerken. Ich bin eigentlich eine sehr fleißige Teilerin von Beiträgen anderer. Was ich nützlich finde oder mich begeistert, das finden meine Freunde vielleicht auch. Egal, ob derjenige nun meine Beiträge auch teilt oder nicht. Das ist mir eigentlich egal. Mir kommt es wie dir darauf an, meinen Lesern gute Inhalte zu bieten. Und wenn ich dem Schreiber des Artikels oder Beitrages damit helfen kann, um so besser.
    Ich verstehe auch das Konkurrenz-Denken einiger überhaupt nicht und hoffe, dass du mit deinem Artikel einige, die noch so eine Denke haben, zum Nachdenken und Ändern ihrer Einstellung führst.
    Ich wünsche dir ganz viel Erfolg.
    Herzliche Grüße aus Berlin
    Roswitha Uhde

    1. Liebe Roswitha,
      vielen Dank für deinen Kommentar und deine Meinung zu dem Thema. Ich bin davon überzeugt, dass eine Haltung wie und viele anderen sie an den Tag legen, dabei helfen, das Netz ein kleines bisschen besser zu machen. Inhalte zu teilen und anderen zur Verfügung zu stellen, die sie nicht auf dem Schirm haben, kann nur dazu führen das sich Wissen vervielfacht. Wie haben wir denn sonst unser Wissen erhalten? Lass uns also gerne so weiter machen, dann sind wir auf einem guten Weg!

      Viele Grüße
      Daniela

  3. Hallo Daniela,
    Inhalte zu teilen, bedeutet andere Blogbeiräge gelesen zu haben, für relevant für die eigene Zielgruppe befunden zu haben und durch das Teilen Mehrwert zu schaffen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist sicherlich auch, dass dadurch Verbindungen geschaffen werden, wofür Social Media ja auch mal geschaffen wurde.
    Vielen Dank für diesen motivierenden Beitrag,
    Beatrix

    1. Liebe Beatrix,
      ich danke dir für dein Feedback! Du hast völlig recht, wenn du sagst das durch Social Media Verbindungen geschaffen werden. Es heißt schließlich soziale und nicht asoziale Medien. : )

      Viele Grüße
      Daniela

  4. Ich war mal in einem Elektronik-Shop und wollte ein bestimmtes Bauteil kaufen … der hatte es aber nicht, konnte mir aber genau sagen, dass es ein bestimmter anderer Händler sicher im Laden hat. Das ist mir nach Jahren noch sehr positiv in Erinnerung.
    Ich verstehe mich nicht zuletzt als Label für meinen Themenbereich. Da ich mich nicht in allen Bereichen auskennen kann, empfehle ich sehr gerne Inhalte von anderen Experten, um meinen Interessenten zu helfen. Auch damit baue ich mir einen Expertenstatus auf.

    Viele Grüße in die Runde 😉
    Frank

    1. Hallo Frank,
      entschuldige meine späte Antwort, mich hat eine Grippe Schachmatt gelegt. Da hast du wohl ein interessantes Einzelexemplar gefunden. 🙂 Naja, aber deine Erfahrung sollte im besten Fall eben kein Einzelfall sein, sondern die Regel. Gerade das Empfehlen von anderen Experten, stärkt auch das eigene Netzwerk und ich gebe dir völlig recht, wenn du sagst, dass du damit deinen Expertenstatus auf- und ausbaust. Manchmal habe ich den Eindruck, dass viele Menschen einfach zu eng denken und nur auf sich schauen. Damit vergeben sie wertvolle Chancen, um sich ein Standing aufzubauen. Machen wir es besser. 😉

      Grüße Daniela

  5. Hallo Daniela,

    ein toller Beitrag, den ich gerne teilen werde!
    Als ich mit meinem Blog angefangen habe, habe ich schon mangels eigenem Content viele Beiträge anderer gezeigt. In letzter Zeit ist es weniger geworden, zum einen, weil ich nun etwas strenger auswähle, was für meine Leser passt, zum anderen aber auch, weil ich in den letzten Wochen weniger Zeit hatte, um Beiträge im Netz zu scannen und zu lesen.
    In der realen Welt sind Leute immer sehr dankbar, wenn man ihnen einen guten Tipp gibt, wo sie Nützliches finden. Und weil ich meine, dass das Online nicht anders sein sollte, werde ich auch weiterhin Beiträge anderer teilen, wenn ich sie für lesenswert für meine Leser halte. Dein Plädoyer kann ich nachvollziehen, ich finde, etwas mehr Großzügigkeit im Netz wäre schön.
    Viele Grüße,
    Angelika

    1. Hallo Angelika,
      du sagst es: In der realen Welt sind die Leute immer für einen nützlichen Tipp dankbar. Das ist online nicht anders. Wir freuen uns schließlich auch über Leseempfehlungen, schließlich haben wir nicht das ganze Netz auf dem Schirm. Mehr Großzügigkeit im Netz ist ein gutes Schlagwort, machen wir einfach weiter und vielleicht ziehen noch viele andere nach.

      Viele Grüße
      Daniela

  6. Bei der Wissensvermittlung ist es nur redlich, die eigenen Quellen zu nennen, Ansonsten geht es nicht immer um Wissensvermittlung, sondern auch mal darum, Fragen zu klären, oberflächliche Lehrmeinungen zu hinterfragen – dabei wird dann auch nicht viel geteilt, nicht gemeinsam überlegt, schon gar nicht, wenn alle die Weisheit besitzen.

  7. Danke für dein Plädoyer, Daniela!

    Ich bin absolut deiner Meinung und teile auch gerne Content von anderen, nicht nur auf Social Media, sondern auch in Form von Verweisen auf meinem Blog.
    Dennoch denke ich stark darüber nach, auf Facebook jetzt eine andere Strategie zu fahren und dort weniger fremden Content zu teilen. Die Reichweite von fremden Inhalten ist nämlich deutlich geringer. Ich finde das wirklich schade, weil man durch das Kuratieren seine Follower auch auf andere spannende Experten verweisen kann. Ganz im Sinne des Netzwerkens.

    Wie siehst du das Thema Content Curation auf Facebook mit dem geänderten Algorithmus?

    Liebe Grüße, Sylvia

  8. Hallo Daniela,

    danke für den sehr informativen Beitrag. Ich habe keine andere Auffassung. Gute Beiträge anderer teile ich über die Social Media-Kanäle oft und gern. In eigenen Beiträgen zitiere und verlinke ich andere, wenn es denn zum Thema passt.

    Eine weitere Möglichkeit zur Content Curation sehe ich in der listenmäßigen Darbietung von Beiträgen anderer Autoren zu einem ganz speziellen Thema. Z.B. habe ich vor einiger Zeit in einem solchen Beitrag Artikel anderer Autoren zur Excel-Funktion SVERWEIS bzw. VLOOKUP aufgelistet und empfohlen.

    Natürlich wünsche ich im Geheimen, dass auch meine Beiträge geteilt werden. Das geschieht auch hin und wieder.

    Ziel ist es, mein Blog und mich bekannter zu machen und den Lesern viele und gute Informationen zu liefern.

    Fazit: Content Curation ist eine feine Sache.

    LG

    Gerhard

  9. Wie du schon sagst, pardon schreibst, Inhalte zu teilen bedeutet Wissen zu vermitteln. Ich beobachte das Ganze auch schon eine Weile und stelle meist dabei fest, dass es eine “bestimmte Gruppe” gibt die nur Inhalte von ihren “Lieblingen” teilen und retweeten. Alle anderen sind scheinbar nur Luft….

    Für mich ist es selbstverständlich, auch Inhalte zu teilen, die nicht aus meiner Feder stammen. Da frage ich nicht groß nach, ob der andere eventuell bereit wäre, auch meine Inhalte zu sein. Entweder es passiert – oder es passiert nicht. Wenn nicht, dann kann ich wahnsinnig gut damit leben.

    Es macht Spaß und zudem habe ich schon sehr oft gesagt bekommen, dass man von meinen Retweets und Teilungen eine Menge lernen konnte.
    Ein schöneres Dankeschön gibt es kaum noch..

  10. Danke für den Blogartikel! Ich bin gerade erst dabei meine Sichtbarkeit aufzubauen und teilen u miteinander ist mir wichtig und meine Haltung! Einer meiner heldenstärken ist VERBINDUNG! Doch ich kann auch immer wieder beobachteten wie viele das leider nicht so sehen….oder noch nicht😉

  11. Du sprichst etwas an, was eigentlich selbstverständlich sein sollte, Daniela. Aber wie man an deinen Beispielen sieht, gibt es da noch immer Verunsicherung und Standpunkte, die nicht zielführend sind. Ich habe auf jeden Fall deinen Blogbeitrag auf meiner Facebookseite geteilt, um auf die Problematik aufmerksam zu machen.

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