Wie wertvoll sind Social Signals für das Ranking deines Blogs?

Wie wertvoll sind Social Signals für das Ranking deines Blogs?

Mit einem Facebook-Like, dem +1 von Google+ oder Favorisieren bei Twitter signalisieren Nutzer sozialer Netzwerke ihre Zustimmung oder Abneigung, je nach Kontext. Doch können diese Signale das Ranking deines Blogs verbessern?

Feedback solcher Social Signals ermöglicht es Social-Media Managern, den Erfolg bzw. Misserfolg ihrer veröffentlichten Inhalte zu messen [Weitere Faktoren, wie das Teilen von Inhalten oder Interaktionen spielen bei der Erfolgmessung natürlich auch eine Rolle. Ich möchte mich aber auf die für den Beitrag relevanten Faktoren konzentrieren]. Währenddessen ermitteln Experten für Suchmaschinenoptimierung (SEO) die Entwicklungen einer Webseite anhand von Keywords, der Backlink-Struktur (= eingehenden Links auf einer Webseite) und dem Traffic (=Anzahl der Besucher einer Webseite).

Backlinks entstehen aber auch, wenn Webseiten auf einem sozialen Netzwerk geteilt und bewertet werden. Doch SEO-Experten greifen diese Signale der Nutzer sozialer Netzwerke selten auf. Laut einer Studie der Duke Universität sind 49,2 Prozent der verantwortlichen Marketers (= Personen, die für die Vermarktung eines Produkts oder einer Dienstleistung zuständig sind) nicht davon überzeugt, dass Social-Media tatsächlich einen positiven Einfluss auf das Ranking einer Seite und deren Performance hat.

Like, 1+ oder Favorisieren sind eines Social-Media Managers täglich Brot und scheinbar für viele SEO-Experten ein Graus. Warum scheuen sie sich davor, diese Form der sozialen Signale in ihre Erfolgsmessung aufzunehmen? Und üben diese Signale überhaupt Einfluss auf das Ranking einer Webseite aus?

Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, möchte ich zunächst die genaue Bedeutung des Begriffs „Social Signals“ klären. Weitere Klarheit über die Beziehung von Social-Media und SEO geben dann die Erfahrungen einer Reihe deutscher Blogger und SEO-Experten. Und vielleicht finden sich die Antwort auf die Frage, ob der Faktor “Social-Media” das Google-Ranking beeinflussen kann oder nicht.

„Signale setzen“ – Was wird eigentlich wo gesetzt?

Laut der allgemeinen Definition sind „Social Signals“ kommunikative und informative Signale, die direkt oder indirekt Informationen über soziale Interaktionen, sozialen Verhalten und soziale Beziehungen liefern. Diese treten in allen sozialen Netzwerken im Internet, wie Facebook, Google+ oder Twitter auf. Typische Formen wären Kommentare, Bewertungen oder Likes bzw. 1+.

Für SEO-Experten sind soziale Signale die Aktivitäten, die in den sozialen Netzwerken sog. Backlinks erzeugen. Solch ein Link entsteht zum Beispiel durch das Teilen einer Webseite auf Facebook.

Aber könnte sich der Ranking-Faktor einer Webseite bei Google verbessern, wenn sie viele dieser Signale (= Likes, Favorisieren, 1+ usw.) hat?

Backlinks, die „großen Drei“ und die Wunderzutat – Experten stehen Rede und Antwort

Es gibt viele Untersuchungen, Tests und Meinungen zum Thema „Social Signals“. Um eine Antwort auf die oben genannte Frage zu geben möchte ich im Folgenden einige Ansichten deutscher Blogger und SEO-Experten wiedergeben.

Laut Tina Bauer, Autorin bei onlinemarketing.de, wird Social-Media als Einflussfaktor auf das Google-Ranking nach wie vor unterschätzt. So führt das Promoten von Inhalten, vor allem dann wenn eine breite Leserschaft erreicht wird, zu wertvollen Backlinks, die es ohne Social-Media Kanäle gar nicht geben würde. Social Signals im Hinblick auf Promotion bieten also die Möglichkeit einer Verbreitung Dritter. Und dies wiederum beeinflusst den Ranking-Faktor.

Michael Firnkes, Blogger und Autor, ist der Meinung, dass Links, Likes, Bewertungen und sonstige Erwähnungen bereits als „Social Signals“ zu verstehen sind (Buch: SEO & Social Media Handbuch für Selbstständige und Unternehmer, Kapitel: Social Media Links und Bewertungen: Social Signals, Seite 77-78). Für ihn ist jedoch weniger die Frage ob, sondern wie diese Signale wirken. Für ihn sind bereits die Auswirkungen der „großen Drei“ (= Facebook, Twitter und Google+) offensichtlich. Faktoren wie die Anzahl der Nachrichten in den einzelnen Kanälen, Alter des Social Media Accounts, die Anzahl der Follower oder der Umfang der Aktiviäten werden vor allem in Zukunft eine zunehmende Rolle spielen.

Für Björn Tantau, Experte im Bereich SEO, Linkaufbau und Social-Media Marketing, sind Social Signals wie zwei Seiten einer Medaille: Einerseits sollte man sich vom Wunschdenken lösen, dass diese Signale eine lang ersehnte Wunderzutat für das Google-Ranking sind. Andererseits sind sie aber auch nicht völlig nutzlos. Für ihn steht der Mensch im Mittelpunkt. Mehr Reichweite führt zu mehr Besuchern, was wiederum die aktive Verbreitung fördert. Inhalte werden öfter geteilt und damit auch öfter verlinkt. Laut Björn Tantau haben Social Signals an diesem Punkt indirekte Auswirkungen auf das Ranking bei Google. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass die gewollte Steuerung eines solchen Prozesses sehr schwierig ist. Nur mit diesen Signalen zu arbeiten, um sein Ranking zu verbessern, wird seiner Meinung meiner nach, nicht erfolgreich sein.

Es gibt kein klares ‘Ja’ oder ‘Nein’

Social Signals sind schön und gut, aber ohne weitere Maßnahmen wird man sein Google-Ranking nicht ohne weiteres verbessern können. In diesem Punkt sind sich alle Experten einig. Es spricht aber auch nichts dagegen, diese Signale auf der eigenen Webseite oder dem Blog einzubauen, denn so lässt sich die Wirkung verstärken. bloggerabc tut das auch! Dir ist sicherlich der „Sharing is caring“ -Button am Ende eines jeden Blogposts aufgefallen, oder? 😉

Ein weiterer Blickwinkel und die Wichtigkeit von Daten

Ich finde, dass sich hier eine Reihe von interessanten Meinungen zu diesem Thema ergeben haben. Aber eine wichtige Perspektive fehlt noch: Google. In allen Dingen, die mit digitalen Marketing zu tun haben, ist das Unternehmen und seine Suchmaschine natürlich nicht wegzudenken.

Matt Cutts, Leiter von Googles Webspam-Abteilung, gab eine Antwort zu der Frage, ob Facebook- und Twitter-Signale Teil des Ranking-Algorithmus sind, bereits 2014 in einem Video: Da Google von sozialen Netzwerken, wie Facebook und Twitter nach wie vor gebloggt wird, haben sie auch keinen Einfluss auf den Algorithmus.

Das Problem ist, wie bereits erwähnt, der fehlende Zugriff zu aussagekräftigen Daten. Im Hinblick auf die „großen Drei“ (= Facebook, Google+ und Twitter) bedeutet das:

Google+

Einige Experten gehen aber davon aus, dass dieser Kanal – der im Video übrigens nicht erwähnt wurde – durchaus eine Rolle spielt. Schließlich ist es ein eignes Produkt der Firma.

Facebook

Dieses soziale Netzwerk bleibt Google nach wie vor verschlossen, da es bis heute kein Kooperationsabkommen zwischen den beiden digitalen Riesen gibt.

Twitter

Hier sieht das ganze schon etwas anders aus. Tweets werden bei Google News oder QDF-Rankings (= Query Deserves Freshness) besonders berücksichtig. Ein Kooperationsvertrag zwischen Twitter und Google gibt es auch. Damit ist das Unternehmen aber auch vom Gutdünken von Twitter abhängig, auf welche Daten sie in Zukunft noch Zugriff erhalten werden.

Relevanz und Einfluss unter Vorbehalt

Ohne aussagekräftige Daten und ohne Zugriff auf die sozialen Netzwerke kann ein Social Signal also in den Weiten des World Wide Webs untergehen. Der Einfluss auf das Ranking ist damit wahrscheinlich geringer.

Zum Abschluss aber noch zwei Gedanken, die ich mit auf den Weg geben möchte und Michael Firnkes als auch Björn Tantau zitieren:

1. „An dieser Stelle [solltest Du] […] nur schon einmal vorbereitet werden, dass SEO und Social Media keineswegs getrennt voneinander betrachtet werden können.“ – Michael Firnkes

2. „Mittlerweile sollte man sich, wenn man mit Online-Marketing erfolgreich sein will, von eindimensionalen Denkweisen verabschiedet haben. Es gibt keinen Königsweg, es gibt keine ultimative Methode. Viele Disziplinen greifen ineinander und wer wirklich erfolgreich sein will, muss sich der besten und sinnvollsten Elemente aller Disziplinen bedienen, sie neu zusammenfügen und daraus die persönliche Erfolgsanleitung kreieren.“ – Björn Tantau

Falls du weitere Informationen zum Thema „Social Signals“ suchst, empfehle ich folgende Beiträge und Infografiken:

 


Stephanie Kowalski ist Co-autorin auf bloggerabc

Stephanie A. Kowalski ist Content Marketing Managerin und Kaffeeliebhaberin. Ehrenamtlich ist sie als @HootsuiteDE Ambassador tätig. Auf Twitter zwitschert sie gerne und viel über Social Media und Content Marketing.

 

 

 

 

 

 

Titelbild: <Beitragsbild: Masse der kleinen symbolischen 3d Figuren, die durch Linien, isoliert verbunden, Urheber: higyou, Quelle: 123RF

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21 Kommentare zu “Wie wertvoll sind Social Signals für das Ranking deines Blogs?

  1. Weitgehende Zustimmung.-

    Aber, ist denn nicht das Wichtigste, was ‘hinten dabei raus kommt’??

    Wir haben -hoffentlich!- sehr genaue Daten bei Google Webmaster Tools. Mit dem heissumkaempften Keyword ‘TRANSSIBIRISCHE EISENBAHN’, dort sind 24 / 24 Stunden alle Adwords-Plaetze belegt, sind wir in der natuerlichen Google-Suche in schoener Abwechslung auf den Plaetzen 1, 2 und 3.

    Wer nun denkt, jaaa, Platz 2 bringt deutlich hoehere Click-through-rate als Platz 3 und Platz 1 sehr viel bessere CTR als Platz 3 und immer noch deutlich bessere als CTR 2, irrt, jedenfalls bei diesem Keyword!

    Hat da jemand Details? Dass Plaetze Google 1 – 3 sehr starken organischen Traffic bringen, ist schon einleuchtend. Nur geht die Entwicklung aka “je besser das Keyword platziert ist, desto mehr Besucher bekomme ich” ab Google Platz 3 aufwaerts nicht mehr weiter – Google 1, 2 und 3 haben jeweils eine CTR von um die 12%.

    lg, Maxim

  2. Ich glaube das kann und wird keiner genau sagen oder bestätigen können, außer Google. Zum einen glaube ich nicht, dass Google fremde Faktoren in seinem Algo berücksichtigt, da diese jederzeit von den anderen Anbietern geändert werden können und somit Google von anderen Diensten abhängig wäre – das werden sie meiner Meinung nach nie tun.
    Ich gehe aber davon aus, dass Google ähnlich wie bei den Backlinks die Signale misst, bzw. bewertet. Also beispielsweise bei einem Backlink: Wird der Link geklickt, die User auf der Linkziel-Seite fündig (toller Content, themenrelevant für die User etc.), dann ist der Link eben etwas wert.
    Hat man dagegen auf irgendeiner Unterseite auf einer vermeintlich starken Seite wie z.B. UNI einen Link welchen kein Mensch jemals klicken wird, weil er in der hintersten Ecke zu finden ist, so wird auch dieser Link für Google nicht wirklich wertvoll sein können und genauso verhält es sich meiner Meinung nach auch mit den Social Signals. Wird ein z.B. ein Artikel auf Facebook oft geshared, geliked usw. und der Webmaster erhält dadurch mehr Aufmersamkeit und somit Besucher, wird auch Google registrieren woher die Besucher kommen und somit das Ganze eher positiv bewerten als völlig ignorieren.

    1. Hallo Pierre,
      vielen Dank für deine Einschätzung. Deine Argumentation finde ich sinnvoll und gut nachvollziehbar. Schauen wir also wie sich Social Signals weiter entwickeln werden.

      Viele Grüße
      Daniela

  3. „Wie wertvoll sind Social Signals für das Ranking deines Blogs?“ Auch ich bin der Meinung das hier nicht klar mit Nein geantwortet werden kann. Ich denke die Social Signals werden als Einflussfaktor auf das Google Ranking unterschätzt. Social Media Signals funktioniert gerade bei gutem Content sehr gut. Es ist ein geschlossener Kreis. Alles ist abhängig voneinander und hat Einfluss auf einander.
    Spannender Artikel dazu habe ich auf diesem Online Marketing-Blog gelesen:
    Dieser Artikel zeigt das Social Signals sehr wohl wichtig sind.

  4. Man sollte gewisse Vorgehensweisen nie im Einzelnen betrachten. Eine gute Mischung aus allem ist schlussendlich das, was vermutlich zum Erfolg führt. Sehe ich zumindest so und ich denke auch, dass Social Signals nicht außer Acht gelassen werden sollten.

    Viele Grüße
    Franny

    1. Hallo Franny,

      Ich teile deine Meinung. Deswegen denke ich auch, dass es nur von Vorteil wäre, wenn die Teildisziplinen, wie Social Media und SEO, enger miteinander zusammenarbeiten würden. Denn gute Zusammenarbeit führt, wie du schon sagst, meistens zum Erfolg.

      Viele Grüße,
      Stephanie

  5. “Beispiele gibt es, wie du bereits angedeutet hast für beide Möglichkeiten. Und beide Ranken gut.”

    Hmm, ich würde gerne eine Website sehen, die nur über “Social Signals” (also über keine Backlinks) verfügt und trotzdem auf Google Seite 1 zu einem umkämpften Keyword zu finden ist.

    LG, Ilona

    1. Hallo Ilona,

      nur über “Social Signals” auf erster Seite bei Google zu stehen dürfte schwierig sein. Aber warum sollte es diese nicht geben?

      Google versucht ja auch Seiten mit guten Inhalten besser zu ranken als Seiten mit schlechtem Content. Und das scheint auch zu funktionieren.

      Der Einfluss von Social Signals steht allerdings noch ganz am Anfang. Und erst im Februar gab es eine neue Vereinbarung zwischen Google und Twitter, um Tweets in die Suchergebnisse aufzunehmen. It’s a work in progress …

      Viele Grüße,
      Stephanie

  6. Ein Wink aus der Klugscheizzerecke:

    Feiner Artikel mit lustigem Typo: “Da Google von sozialen Netzwerken, wie Facebook und Twitter nach wie vor gebloggt wird, haben sie auch keinen Einfluss auf den Algorithmus.”

    Tausche “gg” gegen “ck” … 😉

    Liebe Grüße

    Stefan

  7. “Wie wertvoll sind Social Signals für das Ranking deines Blogs?”
    Ich denke die Antwort muss hier ziemlich klar “Nein” lauten. Zumindest als so isolierte Frage. Klar, man kann die Antwort von Björn nehmen und sagen, dass dadurch mehr Links entstehen und so. Aber auch das kann man nicht mit Sicherheit sagen.

    Und genau hier dürfte auch der Grund liegen, dass die SEO Manager diese Metriken nicht in ihren Reports führen. Es gibt einfach zu viele Beispiele, die zeigen, dass eine Seite ohne Social Signals wunderbar ranken kann. Und zu wenige Beispiele, bei denen Social Signals den “klaren Unterschied” machen.

    Eine Frage die meiner Meinung nach viel wichtiger ist wäre folgende: Warum wird SEO und Social Media noch immer so stark getrennt?

    1. Vielen Dank für die Meinung, Dani Schenker.

      Ich bleibe weiterhin bei einem “Jein”, da die Situation recht komplex und die Messmethoden nach wie vor schwer zu definieren sind.

      Beispiele gibt es, wie du bereits angedeutet hast für beide Möglichkeiten. Und beide Ranken gut.

      Persönlich bin ich darauf gespannt, ob und wie sich die jüngsten Entwicklungen auf das Ranking auswirken werden: http://meedia.de/2015/02/06/google-zeigt-bald-wieder-tweets-in-der-suche-an/

      Deine letzte Frage finde ich auch sehr interessant: Warum werden SEO und Social Media noch immer so stark voneinander getrennt?
      Ein Grund ist vielleicht die Messbarkeit. Und es gibt wahrscheinlich noch tausend weitere Gründe … Ein guter Grund für einen weiteren Beitrag zu diesem Thema. 🙂

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