Eine Schreibmaschine, ein Buch, ein Notizheft, ein Tannenzapfen und ein Ast liegen auf einem Tisch. In der Mitte steht der Satz drei Tipps für Gastblogger.

Gastbeiträge veröffentlichen: So klappt’s!

„Darf ich eigentlich auf mein Blog verlinken, wenn ich bei jemand anderem einen Gastbeitrag veröffentliche?“  Als ich diese Frage in einer der Blogginggruppen bei Facebook gelesen habe, war ich überrascht. Bis dato dachte ich, dass alle Dos & Don’ts zum Thema „Gastbeiträge“ inzwischen bekannt sind. Dem ist offenbar nicht so und darum gebe ich dir heute verschiedene Tipps in Bezug auf Gastbeiträge an die Hand. Dabei gehe ich übrigens von zwei Perspektiven aus:

1. Einmal aus der Sicht des Bloggers, der gerne einen Gastbeitrag veröffentlichen möchte.
2. Und aus der Sicht des Gastgebers, der einen Gastbeitrag auf seinem Blog zulässt.

Heute geht es um die Gastblogger, die einen Artikel veröffentlichen wollen. Vielleicht kann ich einige Unklarheiten beseitigen und gleichzeitig verdeutlichen, worauf es konkret ankommt. Denn hier stellen sich offenbar die meisten Fragen und ich nenne eine kleine Auswahl, die mir aufgefallen ist:

  • Wie finde ich den richtigen Blog zum Veröffentlichen?
  • Darf ich schon Gastbeiträge anbieten, wenn ich selbst noch gar nicht so groß bin?
  • In welchem Stil schreibe ich, wenn ich woanders publizieren will?

Warum Gastbeiträge?

Du weißt, dass Gastbeiträge eine tolle Sache sind, um neue Leser zu erreichen und die eigene Reichweite zu erhöhen. Doch die Vorteile, die sich ergeben, wenn du auf einem anderen Blog veröffentlichst, sind noch vielfältiger:

  1. Du lernst zu recherchieren, welche Themen auf Blogs behandelt werden und welche du abdecken kannst.
  2. Du lernst zu sortieren, welche Blogs für dein(e) Thema/en in Frage kommen.
  3. Du lernst, auf anderen Menschen zuzugehen und ein Angebot zu unterbreiten.
  4. Du lernst, dich zu vernetzen.
  5. Du lernst, dich einem größeren Publikum vorzustellen.
  6. Du lernst, auf deine Reputation zu achten und strategisch etwas dafür zu tun.

Das sind erst einmal viele kleine Dinge, die aber, – ohne dass darüber groß gesprochen wird –, wichtig sind. Denn im Grunde spielen alle diese Faktoren ineinander bzw. bedingen sich selbst. Und du kannst davon für deine Arbeit als Blogger profitieren. Denn beachtest du all diese Punkte, dann sammelst du wertvolle Erfahrungen und wirst selbst immer besser darin,

a) andere Blogger zielgerichtet anzusprechen,
b) für dich abzuklären, welche Dinge dir wichtig sind, wenn andere auf dich zukommen, und
c) du wirst auch immer selbstsicherer, kannst besser einschätze, welche Themen du bedienen kannst und wie du deine Gastbeiträge gestalten musst, damit sie ein voller Erfolg werden

Ich gebe dir nun einige Tipps an die Hand, die dir helfen, deine Gastbeiträge erfolgreich zu veröffentlichen. Wenn du noch weitere Empfehlungen hast, dann schreibe sie mir gerne in die Kommentare.

1. Finde das Blog, das zu dir passt.

Bevor ich bloggerabc gestartet habe, habe ich immer gerne Blogs gelesen. Food-, Einrichtungs- und DIY-Blogs und was es so gibt. Mit dem Launch meines eigenen Blogs haben sich meine Interessen nicht verändert, aber erweitert.

Ich bin auf Blogs gestoßen, die meine Themen ähnlich oder anders behandelt haben bzw. es immer noch tun. Ich bin ihnen auf Facebook und Twitter gefolgt, um keine Infos mehr zu verpassen, und immer, wenn ich das Bedürfnis hatte meinen Senf zu bestimmten Beiträgen, Postings oder Tweets hinzuzugeben, dann habe ich das getan. Dabei habe ich stetig einmal die Woche meine eigenen Beiträge veröffentlicht. Parallel zu meinem Vollzeitjob.

Irgendwann bin auch ich auf die Idee gekommen, dass es sinnvoll ist, meine Inhalte auf anderen Blogs zu veröffentlichen, und ich habe geschaut, wer aus meiner „Leseliste“ dafür in Frage kommt. Das Blog Copy Paste Love war damals das erste Blog, das ich anfragte, weil sich dort alles ums Bloggen drehte. Ich habe Mira einfach gefragt und sie sagte ja. Dabei habe ich auch gleich ein Thema vorgeschlagen, denn mir fiel auf das es auf ihrem Blog noch nichts zum Thema “Schreibmanagement” gab. Also, habe ich einen Beitrag mit dem Titel “Guten Content schreiben: Diese drei Tools helfen dir dabei” geschrieben, der sehr gut ankam.

Und genau das rate ich dir auch: Such dir die Blogs heraus, die thematisch gleich oder ähnlich zu deinen Themen sind.

Dabei lohnt es, manchmal um die Ecke zu denken. Beispielsweise könnte ich einen Beitrag zum Thema „Mehr Reichweite“ auch bei einem Reiseblog unterbringen, wenn dort solche Themen gelegentlich veröffentlicht werden. Mehr Chancen habe ich aber in den Bereichen „Online-Marketing“. Beim Thema „Positionierung“ könnte ich vielleicht noch Coaches für Bewerbungen oder Sichtbarkeit ansprechen – je nach Schwerpunkt.

Du musst also nicht sklavisch in deiner Bloggerecke bleiben. Schau einfach, wo sich deine Themen und die deines Wunschblogs überschneiden. Dann hast du eine gute Ausgangssituation.

2. Ansprache und Themenfindung

Wenn du ein Blog gefunden hast, auf dem du gerne deinen Gastbeitrag veröffentlichen möchtest, dann hast du jetzt mehrere Schritte vor dir:

      1. Kläre ab, ob es eine Seite oder Informationen zu Gastbeiträgen auf dem Blog gibt. Wenn ja, dann findest du dort in der Regel alle wichtigen Informationen, die du sehr genau lesen und befolgen solltest. Im besten Fall sind dort schon einige Themengebiete aufgeführt, die sich der Gastgeber wünscht. Eine super Sache für dich, denn dann musst du dir nicht mehr ganz so viele Gedanken machen.
      2. Wenn es eine solche Seite nicht gibt, dann notiere dir die Fragen, die sich dir stellen. Beispielsweise wie lang ein Artikel sein sollte oder welche Größe die Bilder im Text haben sollten, wie du mit Links im Text verfahren sollst etc.

Was solltest du schreiben?

Die erste Kontaktaufnahme solltest du per Mail machen und dich kurz vorstellen: Stelle kurz dar, wer du bist, wo du bloggst und deine Begründung, warum du gerne auf genau diesem Blog einen Gastbeitrag schreiben willst und welches Thema du anbietest.

Wenige Sätze reichen völlig aus. Vergiss bitte nicht auf dein Blog zu verlinken, damit der Gastgeber sehen kann, was du bisher veröffentlicht hast und wie du schreibst. Empfehlenswert ist es ebenso, die Struktur deines Artikels zu skizzieren, damit klar ist, was das Ziel deines Beitrags sein soll. Ab da heißt es warten.

3. Dein erster Gastbeitrag – darauf solltest du achten.

Gehen wir davon aus, dass du eine positive Antwort auf deine Anfrage bekommen hast, dann hast du nun wieder einige Schritte vor dir:

  • Regeln: Wenn dein Gastgeber dir keine Vorgaben zum Gastbeitrag nennt oder auf seinem Blog hat, dann kläre diese unbedingt im Vorfeld ab! Einige Fragen habe ich oben schon angesprochen. Wenn dir selbst keine einfallen, dann überleg dir, welche Schritte du unternimmst, um deine eigenen Blogbeiträge zu veröffentlichen. Zum Beispiel: Wie sieht es mit einem Titelbild aus? Suchst du das raus oder der Gastgeber? Bekommst du einen Redakteurszugang zum Dashboard, stellst den Text selbst ein und übernimmst alle wichtigen Schritte oder brauchst du dein Material nur zu schicken usw.?
  • Autorenbox: Frage nach, wie es mit einer Autorenbox für dich aussieht? Was darfst du reinschreiben? Darfst du auf deine Leistungen (sofern du welche anbietest) hinweisen? Darfst du deine Social-Media-Kanäle nennen und verlinken? Wie sieht es mit einer Verlinkung auf dein Blog aus? Beispielsweise schreibe ich am Ende eines Gastbeitrages auf bloggerabc, wer der Autor ist, was er macht, wo man ihn findet und verlinke mit einem Do-Follow-Link auf das jeweilige Blog – wenn es keine geschäftliche Kooperation ist. Je nach Beitrag schreibe ich auch eine kurze Erklärung zum Gastblogger nach dem Teaser und vor dem Artikel. Das hält aber jeder Blogger anders.
  • Deadlines: Besprecht euch hinsichtlich einer Deadline, bis wann du den Text liefern bzw. einstellen sollst und wann der Artikel veröffentlicht wird.
  • Seeding: Kläre ab, wie ihr das Pushen des Artikels über eure Social-Media-Kanäle angehen wollt.
  • Textänderungen: Frag nach, wie bei Änderungen am Text verfahren wird. Normalerweise sollte das in Absprache mit dir geschehen. Minimale Änderungen, wie Tipper oder eine Formulierung, die noch gradegezogen wird, sind in der Regel nichts, was noch groß besprochen wird.
  • Leseransprache: Besprich, wie die Ansprache der Leser erfolgen soll. In meinem Blog duze ich meine Leser und versuche möglichst aktiv zu formulieren. Das erwarte ich auch bei Gastbeiträgen.
  • Kommentare: Frage nach, wie mit Kommentaren umzugehen ist. In meinem Fall erwarte ich und formuliere das auch deutlich, dass der Gastblogger Kommentare zu beantworten hat. Das ist a) Höflichkeit und b) ist er als „Experte“ auf meinem Blog und unter Umständen kann ich die Fragen auch gar nicht beantworten. Darum ist es meiner Meinung wichtig, dass der Gastblogger auf Kommentare zu seinem Beitrag eingeht.

Korrektur first

Eine Sache, die selbstverständlich sein sollte und keinen Anlass für eine gesonderte Absprache liefert, ist, dass du einen bereits Korrektur gelesenen Text ablieferst. Das solltest du unbedingt beachten, denn für den Gastgeber ist es extrem ärgerlich, wenn dein Artikel noch voller Fehler ist. Er muss diesen dann korrigieren und es kostet ihn Zeit. Das ist nicht der Deal für einen Gastbeitrag.

Denk daran, dass auch dein Ruf dranhängt. Du kannst davon ausgehen, dass du bei dem Blogger keine Gastbeiträge mehr veröffentlichen darfst, wenn deine Beiträge nicht gut und fehlerfrei sind.

Never ever Duplicate Content!

Zu guter Letzt: Ein Gastbeitrag ist ein einmaliger und einzigartiger Beitrag. Diesen nochmal in gleicher Form auf deinem oder einem anderen Blog zu veröffentlichen ist ein absolutes No-Go! Das fällt unter Duplicate Content und erfreut weder Google noch deinen Gastgeber, denn eure Vereinbarung war: Frischer Content gegen Reichweite. Halte dich daran!

Zusammenfassung

Das war jetzt viel Input und darum fasse ich in dir noch einmal zusammen.

Wenn du einen Gastbeitrag veröffentlichen möchtest, dann ...

  • recherchiere Blogs, die zu deinem Thema passen.
  • prüfe, ob es bereits eine Seite mit Anforderungen für einen Gastbeitrag gibt. Wenn ja, dann kannst du dem Bloginhaber eine Mail mit deinem Themenvorschlag schicken und einer kurzen Skizzierung, wie dein Beitrag aussehen wird. Im besten Fall schickst du auch gleich eine Leseprobe mit. Vergiss aber nicht, dich kurz vorzustellen und auch auf dein Blog hinzuweisen. So kann der Blogger bei dir vorbeischauen und sich einen Eindruck von dir verschaffen.
  • Wenn kein Hinweis zum Thema „Gastbeiträge“ vorliegt, dann frag den Blogger freundlich an. Stelle dich kurz vor und skizziere deine Idee. Grundsätzlich gilt: Gib dem Blogger deiner Wahl so viele Informationen wie nötig, aber halte dich kurz. Das spart euch beiden Zeit und bringt dich dazu, auf den Punkt zu kommen.

Protipp: Am einfachsten hast du es, wenn du dem Blog schon länger folgst und auch mal gelegentlich kommentiert hast oder auf den anderen Social-Media-Kanälen des Bloggers in Erscheinung getreten bist. So kann er dich schneller zuordnen und kennt dich bereits ein wenig.

  • halte dich an die Anforderungen des Bloggers für Gastbeiträge. Das erspart euch beiden Zeit und Nerven.
  • …. promote den Artikel über deine Kanäle und fordere deine Leser ruhig aktiv auf, deinen Gastbeitrag zu verbreiten. Das freut den Gastgeber und bietet dir zusätzliche Reichweite.

Wenn dich das Thema „Gastbeiträge“ weiter interessiert, dann habe ich hier noch zwei Artikel für dich:

Wie gehst du mit Gastbeiträgen um und was sind deine Regeln für eine Veröffentlichung bei dir? Falls du noch Fragen hast, dann stelle sie mir einfach in den Kommentaren.

13 Kommentare zu “Gastbeiträge veröffentlichen: So klappt’s!

  1. Hallo Daniela,

    ein hervorragender Artikel. Vielen Dank!

    Über so manches macht man sich tatsächlich eher zu selten Gedanken, Und der Hinweis auf das “Um die Ecke denken”, der kann in der Tat auch nicht oft genug erfolgen. Manchmal erwische ich mich selbst dabei, nach und nach zu engstirnig auf irgendwelche Themen zu gehen, ohne die Möglichkeiten zu betrachten, die sich aus einem einzelnen Thema ergeben können.

    Kurzum: Herzlichen Dank!

    Liebe Grüße
    Sebastian

    1. Hallo Sebastian,
      vielen Dank für dein Lob und deinen Kommentar! 🙂 Mir geht es nicht anders als dir, denn oft genug denke ich über Dinge nach und mache mir einen Kopf. Irgendwann bin ich so genervt, dass ich keine Lust mehr habe und den Gedanken oder die Überlegungen los lassen. Interessanterweise finde ich anschließend die Lösung. Das ist mir schon oft passiert und ich falle jedes Mal wieder in mein altes Muster. Ich merke aber, dass ich immer früher ein Gefühl dafür bekomme, wann ich mich gedanklich zu sehr “festbeiße” und los lassen sollte. Für neue Ideen und Themen versuche ich darum immer viel quer zu lesen, auch aus anderen Branchen und ich stöbere viel in FB-Gruppe, um rauszufinden wo bei den Teilnehmern der Schuh drückt.

      Viele Grüße Daniela

  2. Hallo Daniela,
    ich bin heute auf deinen Beitrag gestoßen, weil ich Infos über Gastbeiträge gesucht habe. Da wir auf unserem Blog in letzter Zeit öffters diesbezüglich Anfragen bekommen haben. Jetzt wollen wir einen extra Bereich dafür schaffen und ich habe schonmal die wichtigsten Regeln zusammen gefasst. Allerdings sind das jetzt 18 Punkte geworden!! Da steht halt alles drin von Urheberrecht wegen Bildern, double Content, nix sexistisches, die länge der Beiträge…, alles was unserer Meinung nach wichtig ist. Ich habe mich mit meinem Freund darüber unterhalten und wir sind uns jetzt nicht sicher ob das zu viele Regeln sind. Denkst du das schreckt andere Blogger ab? Ober denken wir nur wieder zu viel;-)???
    Eine dritte Meinung wäre echt toll, Danke
    LG Janina

    1. Hallo Janina,
      vielen Dank für deine Frage und deinen Kommentar. Ich halte es immer so: Mein Blog, meine Regeln! Wenn du gerne sehr detailliert festlegen willst, was deine Regeln in Bezug auf Gastbeiträge sind, dann ist das völlig in Ordnung. Das erspart dir im Vorfeld Diskussionen, weil du bereits aufgeschrieben hast, was dir wichtig ist. Wer wirklich bei dir schreiben will, der wird sich an deine Vorgaben halten, weil es ihm oder ihr wichtig ist bei euch zu publizieren. Darum ist mein Tipp: Mach dir keinen Kopf, so trennst du die Spreu vom Weizen. 🙂

      Viele Grüße
      Daniela

  3. Das sind wirklich gute Tipps dabei. Ich werde mir den Artikel speichern, wenn ich mal wieder Gastbeiträge erstelle. Doppelter Content wäre wirklich respektlos und einen absolute Frechheit. Das sollte man wirklich lassen.

    1. Hallo Florian,
      freut mich, dass dir der Artikel gefallen hat und du ihn für dich nutzen kannst. Doppelter Content kommt aus unterschiedlichen Gründen vor, nicht immer steckt Absicht dahinter. Machen wir es einfach besser. 🙂

      Viele Grüße
      Daniela

  4. Pingback: bloggerabc
  5. Liebe Daniela,

    super Artikel. Es stimmt, auch wenn alles und jeder darüber spricht, kennen sich viele mit den Dos und Don’ts nicht ganz aus. Da kommt es manchmal zu sehr kuriosen Situationen. 😉

    Ich finde es gut, dass du das Um-die-Ecke-Denken noch einmal betonst. Den Horizont zu erweitern ist, wie ich finde, ein nicht unwesentlicher Punkt bei Gastbeiträgen.

    Ich freue mich schon auf den zweiten Teil.

    Liebe Grüße aus Wien,
    Ivana

    1. Liebe Ivana,
      vielen Dank für dein Feedback! Kuriose Situationen kenne ich auch – aber eher auf Agenturseite, die einen “Gastbeitrag” veröffentlichen wollen. Dann hoffe ich, dass dir der zweite Teil auch gefallen wird und bin gespannt auf deine Meinung.

      Liebe Grüße
      Daniela

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